Daher war meine Frage als "provokant" gekennzeichnet.
Woraus leiten sich besagte Werte und Tugenden ab, wenn nicht aus einer als gemeinsam empfundenen deutschen/österreichischen Kultur? Kultur ist zu einem wichtigen Teil Gewohnheit/Brauchtum, die bedeutsamen Abschnitte im Leben von Menschen und Jahreszeiten mittels bestimmter Festivitäten und Rituale zu feiern, oder nicht?
Mir scheint die Frage berechtig, dass wenn man hierzulande oder bei euch moniert, dass zu viele Ausländer da sind, ob es nicht eine eigene Verantwortung gibt, das aufgegeben zu haben, was einem eine Identität gibt, anstatt es den Ausländern anzukreiden.
Mir persönlich geht es durchaus so, dass ich den Verlust dessen, was ich genannt hatte (Heirat, Totenfeiern, Geburt eines Kindes) als tragisch erlebe. Dann aber müsste ich mich fragen, inwieweit ich zu diesem Verlust beigetragen habe und mir anschauen, welchen Lebensstil ich pflege und ob ich überhaupt eine gemeinsame Tradition am Leben hielt oder halte.
Meine Antwort darauf ist, dass ich zum großen Teil das, was ich als Kind erlebt habe, nicht selbst fortführte. Wohl, weil ich es nicht als so bedeutsam erlebte, weil der Rest meiner Umgebung es ebenso wenig mit Bedeutung belud.
dass islamistische Terroristen und Sympathisanten, die in D. zu Zehntauenden in den letzten Jahren eingewandert sind, alle auf einmal aktiv werden
Das halte ich für eine übertrieben Aussage, genauso wie ich es übertrieben finde, einen deutschen Volkslehrer als rechtsextremistisch zu bezeichnen, beispielsweise.
Ob du heute in Berlin, Wien, Damaskus oder Kabul, Bangkok oder Jerusalem, Dubai oder Tokio lebst, überall haben die Menschen Autos (oder wollen welche), es gibt Telefonie, Internet, Straßen, Züge, Flugzeuge, Bankkonten, Rechnungswesen, Versicherungen, Steuern und Abgaben. Überall haben sie eine Regierung.
Es ist aus meiner Sicht die Zwangsläufigkeit der Großstadt und das moderne Leben, wodurch Traditionen als erstes aufgegeben werden (im Vergleich zu ländlichen Regionen).
Ich gehe davon aus, dass Menschen, die aus dem Ausland sind, ebenso viel Kulturverlust erlebt haben, wie wir es tun. Es wird immer von "Integration" geredet, aber worin sollen sich die Ausländer integrieren, wenn nicht in das, was in den hierzulande lebenden Menschen gefestigt ist?
Ich würde sagen, ich habe heutzutage mit einem Inder oder Araber mehr gemein als das, was uns voneinander unterscheidet (als je zuvor). Ich könnte den hier lebenden Moslems ihren Ramadan neiden, gehe aber davon aus, dass spätestens die Kinder und Kindeskinder diesen aufgegeben haben werden und genauso wenig Erntedankfest und Fastenzeit zelebrieren wie wir es tun. Weltweit gehen die Geburten zurück, ein deutliches Zeichen, dass die Moderne überall Einzug gehalten hat. Ich habe aber nichts dagegen, bestimmte Werte wieder aufleben zu lassen oder dafür zu plädieren.
RE: Germany‘s decline - induced by cultural degeneration