Begründet haben die das ja. Das Problem hier auf Hive ist, dass die Regeln unklar sind - nicht, dass sie jemals eine Klarheit erreichen, die alle befriedigt. Einige der big player machen das über ihre Community-Operationen (wo sie sich ihre eigenen Postings upvoten, beispielsweise - wer das nicht weiß, ist vielleicht nicht lange genug dabei oder ignoriert es aus irgendwelchen Gründen lieber) und machen klare Ansagen zum Onboarding etwa und betonen, dass spam und Plagiate geahndet werden, die User also unter Beobachtung stehen. Zudem definieren sie auch, dass eine gewisse Variation an Bild- und Textverwendung gegeben sein muss, und stufen das als "Qualität" ein. Das Selbst-Voten der großen Community Betreiber wird aber, wie soll es auch anders sein, als Doppel-Standard wahrgenommen.
Andere big player sagen, es gibt auf Hive keine Regeln und so stimmt jeder ab, wie er gerade lustig ist und was nach eigenem subjektiven Dafürhalten down- oder upvotes verdient.
Wären sich die Witnesses einig über das Regelwerk, wäre etwas gewonnen in dieser Hinsicht, so ist die Denke. Da sie es aber nicht sind, bleibt es so wie es ist.
Diese Unklarheit in den Regeln erfordert vom Einzelnen eine Akzeptanz im unsicheren Raum zu agieren und eine gewisse Intuition dafür zu entwickeln, ob man mit den eigenen Aktionen über eine (zugegeben schwammige) Grenze hinaus schießt. Ich würde denken, dass Menschen diese Intuition haben. Wer sie ignoriert, wird kalt erwischt. Dennoch hege ich eine große Abneigung gegen das "lecturing" in den Kommentaren.
Das andere Problem der "Exekutive" in der Hinsicht ist, dass man erst bestraft und nicht erst den Verdacht des Missbrauchs ausspricht, sondern ihn direkt feststellt. Es macht auf mich den Eindruck, dass Hivewatchers zu wenig Lust und ernsthafte Energie haben, um sich jedem einzelnen Fall geboten zu widmen. Nach meiner Einschätzung gibt es hier keine professionelle Rechtsauffassung, da die Leute in sowas nicht ausgebildet scheinen. Eine Warnung wäre meiner Ansicht nach der bessere Weg, also das Eintreten mit einem Verdachtsfall von Missbrauch in einen Dialog. Dass die das nicht öffentlich sondern auf Discord machen, kann ich in gewisser Weise verstehen, da sie fürchten müssen, dass sich Unbeteiligte einschalten und eine Riesenwelle stattfindet. Die aber ohnehin geschieht - LOL
Ich konstatiere, dass es keine explizite Lösung gibt und man mit impliziten Wahrnehmungen leben muss.
Ich stimme zu, dass langfristig dennoch der Plattform als Ganzes dadurch mehr Schaden als Nutzen entsteht, wenn der Eindruck entsteht, dass die Witnesses sich trotz sich widersprechender Botschaften untereinander selten für einen Einzelfall einsetzen, wo Missbrauch aus den eigenen Witness-Reihen an einem kleinen Fisch verübt wurde. Das hat es ganz klar gegeben. Ich vermute, dass das so wenig (jedenfalls für mich nicht offensichtlich) geschieht, hat den Hintergrund, dass die Witnesses befürchten, dass dann unter ihnen selbst ein neuer Krieg entfacht wird, der dann ebenfalls ein schlechtes Außen-Image bewirkt.
Ich würde in jedem Fall als Betroffener Ruhe zu bewahren und meinen Unmut versuchen, unter Kontrolle zu bringen. Dass Hivewatchers so unter starker Kritik steht, ist sicher nicht unbegründet, dass aber die überschießenden Reaktionen der Betroffenen oft wenig differenzieren, ist für mich jedenfalls auch erkennbar. Die daraus resultierenden gegenseitigen Anschuldigungen erwecken schnell den Eindruck bei den Zuschauern, dass keine der Parteien sonderlich ruhig Blut bewahrt.
Sorry, das war jetzt lang.
RE: Hive schafft sich selbst ab 👎👎👎 - alle Blogbeiträge unserer Familie downgevotet