Der Zeitgeist hatte immer schon seine Herrscher. Bilden wir uns nicht ein, dass wir als junge Leute das etwa durchschaut haben würden.
Seit meiner Jugendzeit und der von heute, würde ich sagen, hat sich nicht viel geändert, was die Welt-Untergangs-Szenarien angeht. Wir hatten Angst vor saurem Regen, Atomkraft und der Abholzung des Regenwaldes. Man hat uns mit Aids Angst zu machen versucht (glücklicherweise hat das nicht sehr gut funktioniert, jedenfalls nicht in meinem damals sehr großen Freundeskreis).
Wir waren schon damals von "not future" Parolen umgeben, die Rente war schon vor dreißig Jahren unsicher und alle jungen Leute mussten bangen, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu bekommen. (Was hab ich mich - völlig umsonst - gesorgt, irgendwo meine drei Jahre Bildung nach Abschluss der Schule zu bekommen). LOL :D Kenne keinen meiner Freunde, Bekannten, Verwandten, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben würden (Ausnahmen gab's natürlich, die aber die Regel bestätigten).
Gleichzeitig hatten wir MTV, Führerschein mit 18, Urlaub in Lorret de Mar, die Loveparade, Party-Wochenenden, Tutti-Frutti. Wir hatten Schulpflicht und Wehrpflicht. Kindergärten. Die Supermärkte waren voll, die Auslagen verführerisch. Statt der neuesten Handy-Modelle wollten wir halt was anderes haben, keine Ahnung, hab's vergessen, wird aber irgendwas gewesen sein.
Genau wie die "heutige Jugend" waren wir als junge Leute davon beeinflusst, was wir in der Schule und durch die Medien gesagt bekamen. Was die Macht des Fernsehens war, ist heute das Internet. Leitmedien gibt es noch immer.
Ich war auch so ein weltfremder Teenager, die sich bei ihrer ersten Arbeitsstelle in einem Foto-Geschäft mit einem Buch in eine Ecke verzogen hat, wenn der Laden leer war. Meine Chefin hätte mich dafür am liebsten geköpft. HaHa! :D Ich wusste nicht, wie man Kaffee kocht oder das Wechselgeld auszurechnen.
Was ist also anders? Ich würde meinen: fast nichts.
Immer gut, wenn die Laune besser ist als die Lage.
Das kann dann auch die Lage verbessern.
Kurz zum dem, was du eingangs sagst
Die Regenwälder schrumpfen weiter dramatisch
Solche Sachen halte ich für sehr problematisch zu veröffentlichen, wenn du nicht auch gleichzeitig Ausgleichs-Daten lieferst, weil sie das Gefühl des Weltschmerzes nur vergrößern. Also, wo zum Beispiel Waldgebiete aufgeforstet worden sind auf der Welt, wo Wald und andere Flora und Fauna Raum gewonnen haben, etwa.
Ich empfehle sehr, das Buch "Unsettled" zu lesen hatte es dir schon mal verlinkt, denke aber, es passt hier auch noch mal gut rein. Der gelb markierten Text.
RE: Die Jugend von heute