„Immer wieder werden Menschen im Netz massiv beleidigt und verleumdet oder im schlimmsten Fall wird dort ihr Leben bedroht.“
Das habe ich deinem verlinkten Artikel entnommen.
Solche Phrasen hört man immer wieder, wenn es um die Einführung neuer Gesetze geht. Sie kommen stets mit der Fanfare des Schutz-Gedankens. Wobei es eigentlich darauf hinausläuft, dass Einzelpersonen mit anderen Einzelpersonen im Streit liegen und sich durch die aktive Nutzung der medialen Kanäle horizontal bekämpfen.
Wenn ein Volk, völlig eingenommen davon, dass das Internet ein Haifischbecken ist, in dem einer den anderen beleidigt, nicht bemerkt, dass es geradewegs den Interessen derer dient, die etwas davon haben, dass sich Lieschen und Müller im ständigen Zwist befinden, wird dieses Volk sein Interesse mit dem des Gesetzgebers identifizieren und nach "mehr Regulierung" rufen.
Dass Lieschen aber nicht gegen Müller im Internet geschützt werden braucht, liegt für mich auf der Hand.
Hingegen sind Verleumdung und Beleidigungen ein beliebtes Mittel von Medien mit Reichweite gegen einzelne systemkritische Menschen, was man historisch auch daran ablesen kann, dass in den Medienfokus genommene Einzelne dann von aufgebrachten anderen Einzelnen attackiert und tatsächlich auch umgebracht werden (Rudi Dutschke, beispielsweise).
Würde man also tatsächlich so einem Gesetz zur konsequenten Durchbringung und Exekutive verhelfen, so müssten tatsächlich die System-Medien sich selbst anzeigen oder angezeigt werden, da sie sich des Mittels der Hetze und Verleumdung bedienen, genau wie Politiker und andere bekannte Persönlichkeiten dieses beispielsweise in der Corona-Zeit getan haben.
Ich vermute, dass man so ein Gesetz mit Blick auf alternative Medien begrüßen möchte, wie etwa Reitschuster.de, der auf dem Niveau der Bild-Zeitung publiziert und also die Medien kopiert, die man als yellow press bezeichnet. Sowohl Tenor, Wortwahl und auch die Kommentare dieses Mediums tun sich nichts im Vergleich mit Bild & Co. Die Kommentare unter den Texten triefen in der Tat davon, dass Rachegefühle, Verhöhnung und Zynismus dort vorherrschen.
Orte, um sich die ätzenden Gedanken von der Seele zu schreiben (meiner Meinung nach).
Emotionale Botschaften in den Medien sollten einen daher von vorneherein misstrauisch machen. Gefühle wie Vertrauen, Gemeinschaftsgeist und Feindseligkeit gehören überhaupt nicht in anonyme Beziehungen. Ein Staatenbündnis ist keine Steinzeithorde, Zeitungen und Fernsehsender sind keine guten alten Freunde, und Gates und Schwab sind nicht unsere besorgten Eltern.
Auszug aus: https://multipolar-magazin.de/artikel/wir-bipolaren-menschenaffen
Daher würde ich bestätigen, dass Sensationen (emotionale Botschaften) immer mit Vorsicht zu betrachten sind, sie sind eher Stoff für Filme, Romane und Erzählungen. Da man es aber niemandem verbieten kann, emotional im Internet zu veröffentlichen (Meinungsfreiheit), es aber dennoch versucht, wird dabei vermutlich, wie so oft, ein Doppelstandard herauskommen. Die Kleinen nimmt man hops, die Großen kommen davon.
Wenn man das weiß, ist schon viel gewonnen.
Meine Empfehlung ist, sich selbst im Netz nicht wie die Sau zu benehmen, nicht etwa, weil man sich zensiert, sondern weil einem der gesunde Menschenverstand sagt, dass es keine privaten Beziehungen im Netz gibt und man sich deshalb auch nicht so wie in ihnen zu benehmen braucht.
Tatsächlich denke ich, dass man einige Beleidigungen, die man sich gegen anonyme andere erlaubt, nie so direkt demjenigen ins Gesicht sagen würde, der leiblich vor einem stünde.
RE: Meine Gedanken zu künstlicher Intelligenz