Alle Zitate stammen aus Alan Watts Buch "Weisheit des ungesicherten Lebens" aus den 1950er Jahren.
Wenn du Theologen fragst, was sie mit dem "Übernatürlichen" meinen, verfallen sie sofort in eine wissenschaftliche Sprache. Sie reden von einem Gott, der eine "wesenhafte Wirklichkeit, unterscheidbar vom Universum" habe, und sprechen von ihm in Begriffen vergangener Geschichte und zukünftiger Voraussagen. Sie beharren darauf, dass die übernatürliche Welt nicht die gleiche "Ordnung" habe wie das Universum der Wissenschaft, sondern dass sie in anderen Sphären bestehe, die für unsere natürlichen Sinne nicht wahrnehmbar seien.
Die Unterschiede zwischen dem Natürlichen und Übernatürlichen können jedoch in einfacherer und viel nützlicheren Weise verstanden werden. Wenn "Natur" das Fachgebiet der Wissenschaft ist, so können wir folgern, dass Natur diese Welt ist, wie sie benannt, gemessen und eingereiht wurde. Natur ist die Welt, die durch das Denken analysiert und in Gruppen geordnet ist, die "Dinge" genannt werden. Es hat ... den Dingen eine Identität verliehen, indem es diese benannte. Es unterscheidet Bewegung von Stillstand, indem es etwas sich schnell Bewegendes mit etwas sich langsam Bewegendem vergleicht, obwohl beide sich bewegen. So ist die ganze Welt der Natur relativ und von Denken und in Vergleich setzen hervorgebracht.
Es ist ein gedankliches Abkommen, dass "Kopf" und "Hals" zwei statt einer Sache sind.
In diesem Sinn haben die alten Metaphysiker vollkommen Recht, wenn sie sagen, dass das ganze Universum ein Produkt des Geistes ist. Sie meinen das Universum der "Dinge".
Andererseits besteht die übernatürliche und absolute Welt aus der geheimnisvollen Wirklichkeit, die wir so benannt, geordnet und eingeteilt haben. Dies ist kein Erzeugnis des Denkens. Und doch gibt es kein Mittel, was sie ist, zu beschreiben und zu bezeichnen.
Der Versuch, sie zu kennen und zu bezeichnen gleicht dem Vorhaben, ein Messer sich selbst schneiden zu lassen.
Würdest du nicht mit den Widersprüchen hadern, in die jeder Mensch sich verfängt, hättest du die Debatten über "Schuld" und "Beleidigung" nicht. Du bist doch auf einer interessanten Spur und nennst einige Quellen und Zitate, die es Wert sind, sich mit ihnen zu befassen. Nur, wenn du dich davon abhängig machst, dass andere sich ebenfalls für diese interessieren sollen, kann das dein eigenes Interesse eher hemmen oder weniger Wert aussehen lassen.
Jede Theorie oder Hypothese ist angreifbar. Es ist im Grunde völlig unwichtig, ob Menschen sich bei ihrer Auseinandersetzung mit üblen Charaktereigenschaften betiteln. Wo aber diese Erfahrung ein ums andere Mal gesucht wird, scheint sie gewünscht zu sein. Und zwar in der Häufigkeit (und oft quälenden Wiederholung), wie man es selbst braucht.
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