Ich glaube nicht, dass das gemeint war.
Mir erscheint es eher so, wie die Anerkennung von bestimmten Zwängen, die ja vorhanden sind, ohne, dass du sie als Eltern beispielsweise bereits abgeschafft oder verändert hast.
Es gibt Situationen, in denen deine Kinder dir auf dem Kopf herumtanzen und wenn du dieser nicht gewachsen bist, wendest du Zwang an, weil dir nix Besseres einfällt. Das heißt aber nicht, dass es gut ist oder dass man deswegen stolz auf sich ist. Eher immer das Gegenteil.
Schule ist z. B. Pflicht. Es ist nicht, wie wir wissen, die beste aller Entfaltungsmöglichkeiten.
Mein damals in die Grundschule gehender Sohn hat irgendwann zu mir gesagt, als ich ihm bei einigen seiner Probleme in der Schule helfen wollte: "Mama, das nützt sowieso nichts."
Er hat da schon kapiert, dass es nicht in meiner Hand gelegen hat, die Dinge in der Schule absolut für ihn regeln zu können.
Wenn ich an meine eigenen Eltern denke, nehme ich es ihnen nicht übel, dass sie nie darüber nachdachten, mich etwa dem Schulsystem zu entziehen. Man ging dahin und fertig. Ich habe deswegen kein übles Leben geführt, vielleicht auch kein besonders herausragendes. Wem will ich das vorwerfen?
Als Eltern - besonders wenn es das erste oder einzige Kind ist - machst du viele Fehler. Die kannst du nicht zurückdrehen. Sie geschehen. Niemand ist perfekt. Wenn ich meinen Sohn zu etwas zwingen wollte oder es sogar tat, hat es mir immer Leid getan, ist aber nun mal geschehen. Keine Familie kommt ohne Schmerzerfahrungen aus.
Ich denke, ein schlimmer Fehler, den man sich als Eltern machen kann, ist lebenslange Reue über die eigenen elterlichen Missetaten. Hilft keinem.
Es gibt jede Menge Unfreiheit. Die Kunst ist es dann wohl, dennoch Grade von Freiheit für sich zu finden und darin kreativ zu sein. Das kann unter Umständen bedeuten, sich mit weniger zufrieden zu geben, als man idealerweise es sich vorstellt.
RE: Auweia!!! Steinmeier fordert Zwangsarbeit für Kinder und Jugendliche und nennt es Dienstpflicht...