Moin moin,
Norwegen ist ein Land der Wasserkraftwerke und während meines letzten Urlaubes da war ich in Tyssedal im Norwegischem Wasserkraft- und Industriemuseum.
Okay mein letzter Urlaub da ist jetzt etwas her, aber hab noch so viele Bilder rumfliegen und mich da mal etwas durchgeklickt die letzten Tage. Hatte ja dank einer kleinen Grippe etwas Zeit dazu. Bin aber wohl über dem Berg 😅
Nun ja das Museum ist auf jedenfalls ein Besuch wert und der Eintritt ist mit 90 norwegischen Kronen (~ 9 €) wirklich nicht viel. Vorallem, weil die Führung in dem Preis mit drin ist.
Was mir bei den alten Maschinen immer auffällt ist, dass es einfach eine andere Zeit war und man auf Arbeitsschutz nicht ganz so sehr geachtet hat wie heutzutage.
Immer wieder sieht man Starkstrom Schalter, wo man das blanke Kupfer einfach anfassen kann oder mechanische teile, wo man einfach reinfassen kann.
Sogar bei der Stromversorgung gab es damals eine zwei Klassengesellschaften, mehr dazu später. und nein meine nicht hat Strom und hat kein Strom 😉
Das Wasserkraftwerk wurde 1906–1918 gebaut und war damals eines des größten Hochdruckwasserkraftwerke der Welt. Das Kraftwerk Tyssedal wurde zur treibenden Kraft der industriellen Gemeinden Odda und Tyssedal.
Bis in die 50er Jahre erzeugte das Kraftwerk alleine 10 % vom totalen Elektrizitätsvolumen in Norwegen.
Das Kraftwerk produzierte hauptsächlich 25 Hertz (Hz) Strom. Das Auge erfasst die Schwingungen im Wechselstrom mit dieser Frequenz und man sieht das Licht flackern.
Die „Snobs“ zwei kleine Maschinen am Fenster konvertierten Strom von 25 Hz zu 50 Hz (Was heutzutage Standard in D A CH ist) Die großen Kräne, die unter dem Dach auf Schienen der gesamten Station entlang laufen brauchten 50 Hz Strom. Von den Arbeitern wurden die Maschinen nur „die Snobs“ genannt, weil der Direktor und die Betriebsleitung diesen „besseren“ Strom zu ihren eigenen Häuser geliefert bekamen.
Erst 1967 wurde das Kraftwerk Teil des nationalen Stromnetzes und man ging zu einer Frequenz von 50 Hz über. Alle elektrischen Geräte mussten umgebaut oder erstattet werden.
Nein nein keine Angst ich will jetzt keinen Vortag schreiben wie ein Wasserkraftwerk bis ins kleinste Detail funktioniert nur ganz einfach.
Ganz einfach gesagt fließt Wasser durch Rohre vom Berg ins Kraftwerk. Dort treibt das Wasser eine Turbine, an die dann den Generator antreibt welcher Strom erzeugt.
Die Bedingungen für den Bau der Rohrstraße war gar nicht so einfach, denn der Hang hatte eine Neigung von 60 Grad und einen Höhenunterschied von 400 m.
Deshalb musste der obere Teil der Rohre per Hand zusammengenietet werden. Ein Mann hing an einem Seil im Rohr während ein 2. Mann draußen am Rohr entgegen hämmerte.
Peltonturbine sind Hochdruckturbinen, die heute hauptsächlich bei einem Fall von über 500 m eingesetzt werden. Bei dieser Turbinenart ist es wichtig, dass der Wasserstrahl der die Turbine trifft, dünn und hart ist. Dieses erreicht man mithilfe der sogenannten Nadel. Diese ist in eine Düse angebracht, die die Druckenergie des Wassers in Bewegung umwandelt. Das Wasser trifft die Schaufel der Turbine, die sie somit dreht.
Ein Generator besteht hauptsächlich aus einem Stator (der Teil der feststeht) und einem Rotor (der Teil der in dem Generator rotiert). Wenn das Wasser der Turbine mechanische Energie zugefügt hat, bringt die Achse den Rotor zum Drehen. Der Rotor hat Spulen (Kupferwickel rund um einen Kern aus Eisen.)Der Stator bekommt Magnetismus zugeführt. Jedes Mal, wenn eine Spule durch das Magnetfeld geht, wird eine Spannung induziert. Wenn der Rotor sich dreht, passiert dies immer wieder, und es wird Wechselstrom produziert.
Eine Zeit lang war das Brett wie ein Balkon oben an der Wand angebracht und somit ein Teil der Maschinenhalle. Aber um die Lärmprobleme zu reduzieren und das Kontrollpanel zu erweitern, hat man das Brett um Raum hinter der Glaswand eingebaut. In der Maschinenhalle war es beim Betrieb der Maschinen so laut das man keine Unterhaltung führen konnte. Die Instrumente sind auf 45 mm dicke Marmorplatten montiert, diese sind schön, praktisch und sicher im Gebrauch, weil sie keinen Strom leiten.
Die neue Kraftstation von Statkraft wurde 1980 im Betrieb genommen. Dieses moderne Kraftwerk liegt im Berges Inneren und das einzige, was man von Außen sieht, ist die Pforte.
Oksla hat eine Turbine vom Typ Francis mit 215 Megawatt. Das eine Aggregat produziert mehr Strom als die 15 Aggregate in dem alten Kraftwerk.