Aus Deutschland sind etwa 7000 Arten Käfer (Coleoptera) gemeldet. Die Bockkäfer (Cerambycidae) sind hierbei mit 195 nachgewiesenen Arten eine artenreiche und interessante Familie.
Die Mehrzahl der Bockkäfer benötigt Totholz für die Fortpflanzung. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier an das Brutsubstrat, die geschlüpften Larven ernähren sich ausschließlich von Holz. Die adulten Käfer fressen Blütenpollen, Blätter und Baumsäfte. Das Vorkommen der Bockkäfer ist ein guter Indikator für einen gesunden Wald. Vom Totholz profitieren auch andere Waldbewohner wie Asseln, Spinnen, Wildbienen, Tausendfüßer und natürlich Pilze.
Gelegentlich gelangen Bockkäfer durch Kaminholz ins Haus, bevor die Tiere getötet werden sollte erstmal geklärt werden um welche Art es sich handelt. Nur wenige Bockkäfer gehen an verbautes Holz.
Ich möchte nachfolgend vier Arten vorstellen und kurz beschreiben.
Der 8 bis 12mm große Rothaarbock (Pyrrhidium sanguineum) lebt im Laubwald. Die Larven der Art entwickeln sich in Laubbaum-Totholz. Sollte der Käfer mal ins Haus gelangen besteht kein Grund zur Panik da die Art ihre Eier nicht an verbautes Holz legt.
Den 12 bis 24mm großen Waldbock (Spondylis buprestoides) findet man meist in Nadelwäldern. Für einen Bockkäfer ist die Art untypisch breit und hat relativ kurze Fühler. Die Larven der Art entwickeln sich im Wurzelbereich von Nadelbaum-Stubben.
Den Braunrötlichen Spitzdeckenbock (Stenopterus rufus) findet man meist am Waldrand. Die Larven der Art entwickeln sich in Laubbaum-Totholz. Die Käfer können eine Größe von 8 bis 16mm erreichen.
Den Gelben Pflaumenbock (Tetrops praeustus) findet man in Wäldern oder naturnahen Gärten. Die Larven der Art entwickeln sich in abgestorbenen Laubbaum-Ästchen. Tetrops praeustus wird nur 4mm groß und gehört damit zu den kleinsten Bockkäfern Deutschlands.
Totholz im Urwald Sababurg