Der moderne Sklave?/The modern slave?

Words
489
Reading
3 min
Listen
Play
1h

87174.png

Früher haben Sklaven den ganzen Tag gearbeitet,
jeden Tag, ohne Urlaub und ohne Feierabend.
Für ihre Arbeit gab es keinen Lohn,
dafür Unterkunft und Essen – das war eben der Deal.

Heute geht es uns natürlich viel besser.
Wir arbeiten schließlich nur fast den ganzen Tag,
fünf Tage die Woche,
und bekommen dafür sogar Geld.

Was für ein Fortschritt!

Von diesem Geld geben wir dann 80% für Steuern, für Rente und Krankenversicherung ab.

Und wenn am Ende noch etwas übrig bleibt,
zahlen wir damit unsere Unterkunft,
unser Auto, den Strom, das Essen
und natürlich das Internet, damit wir uns darüber beschweren können.

Früher waren die Ketten sichtbar.
Heute heißen sie Arbeitsvertrag, Kredit, Mietvertrag und Monatsrate.

Früher wusste der Sklave, dass er abhängig war.
Heute nennt man das finanzielle Sicherheit.

Und wenn der Alltag zu anstrengend wird,
gibt es Alkohol, Drogen, Fernsehen und soziale Medien.

Ein bisschen Ablenkung,
ein bisschen Unterhaltung,
ein bisschen Dopamin –
und schon lässt sich die nächste Arbeitswoche viel entspannter ertragen.

Und natürlich gibt es genügend Menschen,
die dieses System leidenschaftlich verteidigen.

Du bist frei, jeden Morgen aufzustehen,
um Geld zu verdienen,
damit du deine Rechnungen bezahlen kannst,
die du bezahlen musst,
weil du arbeiten musst.

Aber immerhin darfst du dir selbst aussuchen,
welchen Streamingdienst du abonierst, als was du arbeitest.

Vielleicht sind wir keine Sklaven.

Vielleicht ist dieser Vergleich sogar völlig falsch.

Heute nennt man es Freiheit.

Nur ein Gedankenspiel. 😉 Wie ist deine Meinung?


English

87174.png

Slaves used to work all day,
every day, without holidays or breaks.

They received no wages for their work,
but room and board – that was the deal.

Of course, we're much better off today.

After all, we only work almost all day,
five days a week,
and we even get paid for it.

What progress!

We then give 80% of this money to taxes, pensions, and health insurance.

And if there's anything left over at the end,
we use it to pay for our accommodation,
our car, electricity, food,
and of course, the internet, so we can complain about it.

Back then, the chains were visible.

Today they're called employment contracts, loans, leases, and monthly payments.

**Back then, the slave knew he was dependent.

Today, we call it financial security.**

And when everyday life gets too stressful,
there's alcohol, drugs, television, and social media.

A little distraction,
a little entertainment,
a little dopamine—and suddenly the next work week is much easier to bear.

And of course, there are plenty of people
who passionately defend this system.

You're free to get up every morning
to earn money
so you can pay your bills,
which you have to pay,
because you have to work.

But at least you get to choose
which streaming service you subscribe to, what kind of job you do.

Maybe we're not slaves.

Maybe this comparison is completely wrong.

Today, we call it freedom.

Just a thought experiment. 😉 What's your opinion?

Der moderne Sklave?/The modern slave? | Ecency