Kennt ihr das Gefühl, dass irgendwas nicht so ganz hinhauen kann? Na klar kennt ihr das! Ich beispielsweise habe dies täglich. Ist sone Macke, wenn man zulange in der Wissenschaft gearbeitet hat.
Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Ich möchte vielmehr auf das Thema EOS zu sprechen kommen. Zugegeben, ich habe meinen Frieden mit EOS gemacht und finde Dan Larimer, nicht zuletzt weil er die Steem-Blockchain erschaffen hat, echt toll. Keine Frage!
Eine Sache macht mich aber schon seit Langem stutzig und dies betrifft die hohe Transaktionsrate von EOS. Da ich ebenfalls ein paar EOS horte, habe ich selbstverständlich auch diese EOS Lynx-Wallet und tollerweise kann man von dieser auf EOS-basierte Apps zugreifen. So richtig vom Hocker haut mich da allerdings noch nix so ganz und um ehrlich zu sein, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass andere Leute dies grundsätzlich anders sehen als ich.
Nun steigt die Transaktionsrate von EOS aber ohne Ende an, der Preis hingegen taumelt so mehr oder weniger vor sich hin. Da fragt sich der Chapper natürlich:
„Wenn der Preis die ganze Zeit seitwärts geht, die Transaktionsraten aber Rekordniveau haben, wer macht da eigentlich was und womit? Gibt es irgendein tolles Kaufhaus wo man nur mit EOS zahlen kann? Habe ich den EOS-Paybutton bei Amazon bisher übersehen? Kann ich den Fiskus mit EOS beschwichtigen? Oder gibt es sowas wie EOS-Monsters oder EOS-Pokemons?“
Wie man es auch dreht und wendet, man wird nicht so recht schlau daraus. Nun klickte ich mich so ein bissel durch die Crypto-News und was sehe ich da im neuesten Artikel von Taha Farooqui: DApps on the EOS network possess more active customers than ETH, Steem, and Tron united. But the discussion on the authenticity of users still remains. According to a recent report, around seventy-five (75%) of all trades are prompted by bots instead of genuine people.
Ja richtig gelesen, anscheinend transferieren Bots haufenweise EOS hin und her. Bis zu 75% aller Transaktionen sollen gar von Bots stammen.
Foto von Pixabay, bearbeitet von Chapper!
Seit mir net bös‘, aber irgendwie komisch ist die ganze Sache doch schon.
Und was ist eigentlich mit Voice? Tut sich da noch was? Könnt‘ ihr mir eine richtige Killer-App auf EOS empfehlen?
Im Vergleich: Steemit = eigentlich super! Steemmonsters = Killer-App (zumindest für mich)!
Kurzum: Ich sehe momentan echt keinen Grund EOS zu feiern und Steem schlecht zu reden! Platz 73 (Steem) gegen Platz 6 (EOS), dass ich nicht lache!
Steem on!
Chapper
Nachtrag: Als ich diese Schrift bereits fertig gestellt habe, sah ich in meinen Replies eine Antwort von @zuerich zu einem Kommentar, welchen ich unter seinem jüngsten Post hinterließ.
Meine Frage war:
Warum glaubst du spielt Steem eine solche Sonderrolle und nicht etwas EOS?
@zuerich antwortet darauf:
Danke!
Spannende Frage.
Aus meiner Sicht gibt es ein paar Punkte, die Steem von EOS abheben:
- Steem ist spezialisierter als EOS. EOS möchte eine allgemeine Smart Contract Plattform für dezentrale Apps werden, während Steem sich zunächst auf social media konzentriert. Die Strategie (ob bewusst gewählt weiss ich nicht) von Steem erscheint mir sinnvoller, analog zu Amazon, das sich zunächst auf Bücher konzentrierte und dann nach und nach weitere standardisierte Produkte (DVDs, etc.) in seinen Katalog aufnahm. So kann ein Unternehmen zunächst einen grossen Marktanteil einer Nische erobern und dann expandieren (vgl. auch das Buch "zero to one" von Peter Thiel).
- Steem ist älter, flog am Anfang unter dem Radar und konnte sich bereits etwas dezentralisieren. Heute ist Blockchain weitläufig bekannt, sodass interessante Projekte (wie auch EOS) schnell viel Kapital anziehen können. Dies hat aber den Nachteil der Zentralisierung (v.a. bei Proof of stake), wenn Grossinvestoren grosse Anteile kaufen.
- Die Community von Steem konnte sich über 3 Jahren entwickeln und mein Eindruck ist, dass sie zwar klein, aber robust ist. Es gab sehr starke Preisschwankungen, viele Streits und Meinungsverschiedenheiten mit Steemit Inc. (inkl. dem Abgang von Dan Larimer) und trotzdem bleibt die Community und wächst (wenn auch sehr langsam).
und:
noch eine Ergänzung: mir erscheinen Projekte wie ETH oder EOS als grossangelegte Planwirtschaft. Diese Pläne klingen sehr gut, in meinen Augen zu gut (eierlegende Wollmilchsau). Man will von Anfang das perfekte, vollständige System entwickeln, auf dem dann Apps aufsetzen. Ich denke nicht, dass das so klappt: https://www.coindesk.com/worst-crypto-networks-will-biggest
Bitcoin demgegenüber war der Versuch eine immutable Währung zu schaffen, die in erster Linie sicher und resilient gegen äussere Störfaktoren ist. Und bislang ist BTC das gelungen. An diesen stabilen Kern können weitere Funktionen angedockt werden, z.B. auch Smart Contracts über Rootstock.
Hier sehe ich eine Parallele zu Steem: Bei Steem war der Kern eine social media-Seite (Steemit). Heute gibt es eine Videoplattform (dtube), Spiele, Musik, usw.
Ich denke das kann man erstmal so stehen lassen!
Haut rein Leute!