Zurzeit treibe ich mich in verschiedenen Facebook-Gruppen für Texter rum und vor ein paar Tagen bin ich dabei auf ein interessantes Geschäftsmodell für Texter gestoßen, das ich ausprobieren wollte.
Ich schrieb also eine der Anbieterinnen an, die ich darüber befragen wollte und führte im Chat ein interessantes Gespräch, in dem ich klar machte, dass ich selbst Texterin bin und das, was sie anbietet, aus Textersicht interessant finde.
Sie war sehr freundlich und beantwortete meine Frage darüber, wie sie ihre Texte schreibt und empfiehl mir weitere Gruppen auf Facebook, in denen sie sie regelmäßig verkauft. So weit so gut.
Da sie auch Textproben anbietet, fragte ich sie, ob sie mir eine schicken würde, damit ich ihren Stil kennenlerne. Ich kannte ihre Wortpreise und wollte einfach wissen, welche Qualität sie ihren Kunden dafür bietet.
Diese Frage fand sie dann dreist. Sie meinte, sie hätte das Gefühl, dass ich sie kopieren wolle. Ich frage mich im Nachhinein, wie das gehen soll, wenn ich lediglich eine Textprobe von, sagen wir, 100 Wörtern bekomme. Hinterher fand ich übrigens raus, dass viele Texter in diesen Gruppen von sich aus Screenshots mit Textproben einstellen. So kam ich dann letztendlich doch noch an meine Textprobe. Ohne Drama.
An sich wäre das Ganze keine große Sache. Es ist nur eine kleine Anekdote darüber, wie sich Konkurrentinnen verhalten können. Ich führte letztens ein Gespräch über genau diese Frage: Warum müssen wir uns ständig als Konkurrenten gegenüberstehen? Warum ist es (manchmal) so schwierig mit jemandem befreundet zu sein, mit dem man auch zusammen arbeitet? Muss das so sein? Hat Gott oder wer auch immer das so gewollt?
Ihr ahnt es vielleicht schon: Es fällt mir schwer dieses ewige Konkurrenzdenken zu akzeptieren. Ich weiß aus meinem tiefsten Herzen, dass ich niemandem etwas Böses möchte, dennoch spüre ich manchmal, dass andere genau das denken. Wieso?
Wie auch immer. Diese kleine Anekdote hat mir vor Augen geführt, wie wertvoll eine Technologie sein kann, die es uns ermöglicht, Transaktionen durchzuführen, über deren Ablauf wir uns vorher in einem Protokoll geeinigt haben, welches sozusagen automatisch im Hintergrund abläuft.
Die Texterin und ich hätten uns zum Beispiel mit irgendeiner Kryptotechnologie darauf einigen können, dass ich ihr im Gegenzug zu ihrem Probetext einen meiner Texte schicke oder einen kleinen Kryptobetrag als „Schutzgebühr“.
Allein die Idee, dass wir über diese, ich nenne sie mal „künstliche Synchronizität“, Vertrauen in Bereichen aufbauen können, in denen sonst Missgunst und Misstrauen herrschen, gefällt mir sehr. Ich hoffe, mehr Leute verstehen und lernen von diesen Möglichkeiten und machen sich mit ihrer Idee vertraut. Aber dafür müssen sie ihr ja auch erstmal vertrauen 😅.
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