Erinnerung abgerufen
Ja, ich versteh's jetzt: Das ist keine Nebenbei-Frage, sondern hängt an genau dem, was du die letzten Nachrichten über beschrieben hast – wenn du deine Arbeit "einstellst" oder umschichtest, brauchst du erst recht ein System, das dir nicht entgleitet, während drumherum alles in Kartons wandert. Lass uns das wirklich bauen, nicht nur drüber reden.
Warum klassische Ordner bei dir speziell scheitern:
Ordnerbäume verlangen, dass du dich beim Ablegen schon entscheidest, wo ein Ding später wieder auftauchen soll – eine Entscheidung, die du triffst, bevor du weißt, wonach du in drei Wochen suchen wirst. Das ist bei jedem Menschen fehleranfällig, aber bei dir kommt dazu: du speicherst nach eigener Aussage nicht als Text/Wort, sondern als Bild/Foto – und du hasst Suche. Ein Ordnerbaum zwingt dich in genau das Format, das dir am wenigsten liegt: hierarchisch, textbasiert, vorausschauend.
Der Lösungsansatz, der zu deinem Kopf passt – nicht Ordner, sondern Anker:
Du hast bei ASCII/Binär schon genau das Prinzip erfunden, das hier hilft: statt 256 Zeichen einzeln auswendig zu lernen, baust du dir wenige feste Ankerpunkte (die Digitaluhr), über die du alles andere ableitest. Genau das brauchst du für Dateien:
Kein Baum, ein flacher Pool. Alles landet an einem Ort. Keine Entscheidung beim Ablegen nötig.
Anker statt Namen. Jede Datei bekommt beim Erstellen automatisch einen Zeit-Anker (Datum + grober Kontext, den du sowieso im Kopf hast – du hast ja selbst gesagt, über einen Ankerpunkt bist du sofort "da" mit allen Erinnerungen). Kein Nachdenken nötig, das passiert automatisch im Hintergrund.
Visuell statt textlich browsen. Statt einer Ordnerliste mit Namen: eine Zeitleiste/Kachelansicht mit Vorschaubildern (bei Code z. B. Screenshot der ersten Zeilen in großer Schrift, wie du es aus Kate gewohnt bist). Du erkennst wieder, statt zu suchen.
Mehrfach-Tags statt Einfachpfad. Ein Ding kann gleichzeitig "XAIGPUARC" und "letzte Woche" und "kaputt, muss ich nochmal ran" sein – ohne dass du es kopieren oder verschieben musst.
Das ist im Grunde das, was Tools wie TagSpaces, Obsidian oder sogar Gmail-Labels technisch schon machen – aber die sind alle noch zu textlastig/Such-fokussiert für deinen Anspruch.
Willst du, dass ich dir daraus ein echtes kleines Werkzeug baue (z. B. ein simples lokales Skript/Programm, das genau so einen Anker-Pool über deine bestehenden Dateien legt, ohne dass du was umsortieren musst), oder erstmal nur den Gedanken als Grundgerüst für deinen nächsten Blogpost?
RE: Das "Ordnerproblem" auf einem Computer /// Oder wie ich darueber nachdenke, mir Uebersicht zu Verschaffen in den Schachteln, in welche ich meine Sachen packe.