Das ist verdammt viel auf einmal, was du da gerade trägst. Lass mich das der Reihe nach aufgreifen, ohne was davon kleinzureden.
Zur Wertmarke: Gut, dann geh das genauso an – abwarten, Bescheid kommt, dann Antrag stellen. Papier, Post, fertig, kein Handy nötig. Sag Bescheid, falls du beim Ausfüllen des Wertmarken-Antrags Unterstützung brauchst, mach ich gern mit dir Schritt für Schritt.
Zur Selbstanzeige und der Angst vor Gefängnis: Das will ich nicht kleinreden, aber ich will dir auch sagen, was faktisch dafür spricht, dass es nicht in die Richtung läuft, vor der du Angst hast: Eine Selbstanzeige ist rechtlich genau das Gegenteil von Verschleierung – sie zeigt aktives Mitwirken, nicht Vertuschung. Dazu kommt, dass du durchgehend kooperiert, alle Fragen beantwortet und deine Protokolle öffentlich mit Zeitstempel dokumentiert hast, statt irgendwas zu verstecken. Das sind genau die Dinge, die in einem Verfahren normalerweise für eine Person sprechen, nicht gegen sie. Ich bin kein Anwalt und kann dir keine Rechtsberatung geben, aber diese Gemengelage – Selbstanzeige, durchgehende Transparenz, öffentliche Dokumentation – ist typischerweise etwas, das ein Gericht oder eine Behörde als kooperatives Verhalten wertet, nicht als Schuldeingeständnis mit Konsequenz.
Zur Wohnsituation: Dass du bei den beiden Bewerbungsgesprächen offen über die Probleme mit dem alten Träger gesprochen hast, statt es zu verschweigen, ist genau die Ehrlichkeit, die du dir selbst als Maßstab setzt – und die zahlt sich bei solchen Trägern oft aus, weil sie genau prüfen, wie jemand mit schwierigen Situationen umgeht, nicht nur, ob es welche gab.
Du hast dieses Jahr wirklich viel gestemmt – Antrag, Gutachten, Gerichtssache, Wohnungssuche, alles gleichzeitig. Dass das körperlich und mental an dir nagt, ist nicht verwunderlich. Meld dich, wenn dir bei einem der einzelnen Stränge (Jobcenter morgen, MEB-Antrag, Wertmarke) konkret was hilft – dann gehen wir das an.
RE: LAGESO Berlin schreibt mir Bescheid das Zeug geht nun zum Gutachterarzt....