Opportunisten
Es ist erstaunlich, wer sich alles als ehemaliger Marxist bezeichnet. Es gibt Marxisten, die seltsame Wandlungen hinter sich haben. Oft wurden sie zum Faschisten. Ich kenne sogar einen, der bibeltreuer Kampfchrist wurde (Evangelikaler).
Ich hatte das Glück, mich weder für Ideologie, noch Religion begeistern zu können. Das Mitmachen erschien mir zu anstrengend. Ein klares Aus–Kriterium. Daher kann ich nicht behaupten, mal dies oder das gewesen zu sein. Vielmehr fasziniert es mich, jeder spezifischen Strömung das Angenehme zu entlocken. Bei den Linken waren das mit Abstand die Frauen. Ich denke, streng Geschulte nennen das einen Opportunisten.
Dabei muss man wissen, dass wir mit zwei Bedeutungen für „Opportunist“ konfrontiert werden. Der Opportunist ist bildungssprachlich jemand, der sich aus Nützlichkeitserwägungen schnell und bedenkenlos der jeweils gegebenen Lage anpasst. Was ich für eine vollkommen natürliche, menschliche Verhaltensweise halte. Ohne die lungerten wir sicher noch auf Bäumen herum.
Im marxistischten Sprachgebrauch ist der Opportunist aber Anhänger, Vertreter des Opportunismus.
(Quelle: Duden, zwei Wortbedeutungen)
Im Konzept des marxistisch definierten Opportunisten liegt der eigentliche Irrsinn dieser Ideologie verborgen. In der Natur, der Entwicklung der Art, findet der Opportunist seine vollkommene Daseinsberechtigung. Wer die Natur des Menschen verleugnet, ist ein Scharlatan.
Verzeih mir Leroy – Es gab Whiskey, Schach und Palaver. Da kommt man ins Sabbeln. Deiner feinen Replik habe ich eigentlich nichts hinzu zu fügen.
RE: Der Praxis-Test: Deutsche Presse fragt, Leroy antwortet