Gestern, am Montag dem 12.2.2018 erschien auf dem Microsoft CloudBlog ein bemerkenswerter Artikel von Alex Simons (Director of Program Management, Microsoft Identity Division)
Decentralized Digital Identities and Blockchain – The Future as We See It.
Da dieser sehr viele interessante Punkte aufweist habe ich diesen hier in weiten Teilen übersetzt eingefügt und nur besonders relevante Stellen besonders hervorgehoben und meine eigenen Anmerkungen zu allem vorgenommen. Bei der Übersetzung habe ich das fantastische Tool DeepL benutzt. Beim Lesen sollte man sich einige Zeit nehmen und über einzelne Formulierung ein wenig nachdenken.
Kaboompics // Karolina-pexels.com
Was wir sehen
Wie viele von Ihnen jeden Tag erleben, durchläuft die Welt eine globale digitale Transformation, in der digitale und physische Realität zu einer einzigen integrierten modernen Lebensweise verschwimmen. Diese neue Welt braucht ein neues Modell für digitale Identität, eines, das die Privatsphäre und Sicherheit des Einzelnen in der physischen und digitalen Welt verbessert.
Die Cloud Identity-Systeme von Microsoft ermöglichen es bereits Tausenden von Entwicklern, Organisationen und Milliarden von Menschen, zu arbeiten, zu spielen und mehr zu erreichen. Und doch gibt es noch so viel mehr, was wir tun können, um alle zu stärken. Wir streben nach einer Welt, in der die Milliarden von Menschen, die heute ohne zuverlässige ID leben, endlich die Träume verwirklichen können, die wir alle teilen, wie die Erziehung unserer Kinder, die Verbesserung unserer Lebensqualität oder die Gründung eines Unternehmens.
Hier erfahren wir was Microsoft bereits alles an Guten für uns alltäglich tut. Damit sind die Redmonder aber noch nicht zufrieden. Sie wollen noch mehr für uns tun
Um diese Vision zu verwirklichen, halten wir es für unerlässlich, dass der Einzelne alle Elemente seiner digitalen Identität besitzt und kontrolliert. Anstatt unzähligen Anwendungen und Diensten eine breite Zustimmung zu erteilen und ihre Identitätsdaten über zahlreiche Anbieter zu verbreiten, benötigen Einzelpersonen einen sicheren, verschlüsselten digitalen Hub, in dem sie ihre Identitätsdaten speichern und den Zugriff darauf einfach kontrollieren können.
Jeder von uns braucht eine eigene digitale Identität, die alle Elemente unserer digitalen Identität sicher und privat speichert. Diese eigene Identität muss einfach zu handhaben sein und uns die vollständige Kontrolle über den Zugriff und die Verwendung unserer Identitätsdaten geben.
Wir wissen, dass die Ermöglichung einer solchen selbstsouveränen digitalen Identität größer ist als jedes einzelne Unternehmen oder jede einzelne Organisation. Wir sind fest entschlossen, eng mit unseren Kunden, Partnern und der Community zusammenzuarbeiten, um die nächste Generation digitaler identitätsbasierter Erlebnisse zu erschließen, und wir freuen uns darauf, mit so vielen Menschen in der Branche zusammenzuarbeiten, die unglaubliche Beiträge zu diesem Bereich leisten.
Das ist nett. Der Nutzer darf selbst über seine Idenditätsdaten verfügen. Dieser soll dann eine Idendität haben. Da Microsoft selbst das nicht schaffen kann arbeitet es großzügigerweise mit anderen zusammen um eine globale, eindeutige und unabhänderbare Idendität eines jeden Erdenbürgers zu verwalten.
Was wir gelernt haben
Zu diesem Zweck teilen wir heute unser bestes Denken auf der Grundlage dessen, was wir aus unserer dezentralen Identitäts-Inkubation gelernt haben, eine Anstrengung, die darauf abzielt, reichere Erfahrungen zu ermöglichen, das Vertrauen zu stärken und Reibungsverluste zu verringern, während wir gleichzeitig jedem Menschen die Möglichkeit geben, seine digitale Identität zu besitzen und zu kontrollieren.
Besitzen und kontrollieren Sie Ihre Identität.
Heute erteilen die Nutzer unzähligen Apps und Diensten breite Zustimmung zur Sammlung, Nutzung und Speicherung, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Da Datenverstöße und Identitätsdiebstahl immer ausgeklügelter und häufiger werden, müssen die Benutzer einen Weg finden, ihre Identität in Besitz zu nehmen. Nachdem wir dezentrale Speichersysteme, Konsensusprotokolle, Blockketten und eine Vielzahl neuer Standards untersucht haben, sind wir der Meinung, dass Blockkettentechnologie und Protokolle gut geeignet sind, um dezentrale IDs (DID) zu ermöglichen.
Privatsphäre durch Design, von Grund auf eingebaut.
Anwendungen, Services und Organisationen bieten heute komfortable, vorhersagbare und maßgeschneiderte Lösungen, die von der Kontrolle identitätsgebundener Daten abhängen. Wir brauchen einen sicheren, verschlüsselten digitalen Hub (ID Hubs), der mit den Daten des Benutzers interagieren kann und gleichzeitig die Privatsphäre und Kontrolle des Benutzers respektiert.
Also exakt genau einen zentralen Hub.
Vertrauen wird durch Einzelpersonen verdient, die von der Gemeinschaft aufgebaut werden.
Herkömmliche Identitätssysteme sind meist auf Authentifizierung und Zugriffsverwaltung ausgerichtet. Ein eigenes Identitätssystem legt den Schwerpunkt auf Authentizität und darauf, wie Gemeinschaft Vertrauen schaffen kann. In einem dezentralen System basiert Vertrauen auf Bescheinigungen: Behauptungen, die andere Entitäten befürworten - was hilft, Facetten der eigenen Identität zu beweisen.
Genau das ist ja auch der Sinn eines solchen Authentifizierungssystems. Was hier getan wird ist ein zuvor im Text aufgebautes Bild nun als etwas ganz anderes zu Nutzen. Ohne dieses System hast du nun plötzlich keine Idendität mehr. Auch ist es eben gerade nicht mehr möglich verschiedene Daten an verschiedenen Stellen dezentral zu speichern. Die Identität ist jetzt plötzlich nur noch gegeben, wenn genügend andere dem Zustimmen ? Was soll das denn und wohin soll das führen ?
Ghost Presenter-pexels.com
Apps und Services, die mit dem Benutzer im Zentrum erstellt wurden.
Einige der einnehmendsten Anwendungen und Dienste von heute sind solche, die personalisierte Erlebnisse für ihre Nutzer bieten, indem sie Zugang zu den personenbezogenen Daten (PII) ihrer Nutzer erhalten. DIDs und ID Hubs ermöglichen Entwicklern den Zugriff auf genauere Bescheinigungen und reduzieren gleichzeitig rechtliche und Compliance-Risiken, indem sie diese Informationen verarbeiten, anstatt sie im Namen des Benutzers zu kontrollieren.
Natürlich soll der Nutzer im Zentrum stehen. Sämtliche Daten über ihn sollen für alle Zeiten gespeichert werden und immer und überall über einen zentralen Hub abrufbar sein. Rechtliche Risiken werden hier reduziert, da sie diese Informationen verarbeiten, anstatt sie im Namen des Benutzers zu kontrollieren. Das muss man sich jetzt wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Selbst wenn irgendwann mal wo ein noch nicht völlig vereinnahmter Staat aufwacht und die Löschung von Daten seiner Bürger durchsetzt existieren weiterhin überall auf der Welt zahllose Kopien, die weiterhin lustig genutzt werden. Es können dann ja noch nichteinmal offensichtlich falsche Daten gelöscht werden. Dagegen ist ja jede bereits existierende staatliche Überwachungsdystopie geradezu ein naiver Kindergarten.
Offenes, interoperables Fundament.
Um ein robustes, dezentrales Identitäts-Ökosystem zu schaffen, das für alle zugänglich ist, muss es auf Standard-, Open-Source-Technologien, Protokollen und Referenzimplementierungen aufbauen. Seit einem Jahr beteiligen wir uns an der Decentralized Identity Foundation (DIF) mit Einzelpersonen und Organisationen, die gleichermaßen motiviert sind, sich dieser Herausforderung zu stellen. Wir entwickeln gemeinsam die folgenden Schlüsselkomponenten:
-Dezentrale Identifikatoren (DIDs) - eine W3C-Spezifikation, die ein gemeinsames Dokumentformat zur Beschreibung des Zustands eines dezentralen Identifikators definiert.
-Identity Hubs - ein verschlüsselter Identitätsdatenspeicher, der Nachrichten-/Intent-Relay, Zertifikatsverarbeitung und identitätsspezifische Compute-Endpunkte bietet.
-Universal DID Resolver - ein Server, der DIDs über Blockketten hinweg auflöst.
-Verifiable Credentials - eine W3C-Spezifikation, die ein Dokumentenformat für die Kodierung von DID-basierten Bescheinigungen definiert.
Alle sollen mitmachen. Microsoft scheint von Google gelernt zu haben.
Nun heißt es: Microsoft ist gut. In der öffentlichen Wahrnehmung augenblicklich positiv besetzte Begriffe wie Blockchain und dezentral werden nun in ihrer eigentlichen Bedeutung umgedreht benutzt und den Bürgern eingeredet, dass nun gilt:
Um eine riesige Welt von Benutzern, Organisationen und Geräten zu unterstützen, muss die zugrundeliegende Technologie skalierbar und leistungsfähig sein und mit herkömmlichen Systemen mithalten können. Einige öffentliche Blockketten (Bitcoin[BTC], Ethereum, Litecoin, um nur einige wenige zu nennen) bieten eine solide Grundlage für das Verwurzeln von DIDs, das Aufzeichnen von DPKI-Operationen und das Verankern von Bescheinigungen. Während einige Blockchain-Gemeinschaften die Kapazität von On-Chain-Transaktionen erhöht haben (z.B. Blockgrößenzunahmen), verschlechtert dieser Ansatz im Allgemeinen den dezentralen Zustand des Netzwerks und kann nicht die Millionen von Transaktionen pro Sekunde erreichen, die das System im Weltmaßstab erzeugen würde. Um diese technischen Barrieren zu überwinden, arbeiten wir an dezentralen Layer-2-Protokollen, die auf diesen öffentlichen Blockketten laufen, um eine globale Dimension zu erreichen und gleichzeitig die Eigenschaften eines DID-Systems von Weltklasse zu erhalten.
Jetzt werden erstmal noch die positiv besetzten Begriffe Bitcoin, Litecoin und Ethereum missbraucht und und für unlautere Zwecke eingespannt.
Um die folgenden Sätze dann wirklich zu verstehen muss man mit der Technologie im Hintergrund ein wenig vertraut sein.
Die Erhöhung der Kapazität der On-Chain-Transaktion ist gerade der gewählte Weg um das System dezentral zu halten. Es sind die Off-Chain-Transaktion die das System von zentralen Hubs abhängig machen.
Layer-2-Protokolle sind nur noch zwischen den einzelnen Hubs irgendwie als dezentral zu betrachten, nicht mehr zwischen den zahllosen einzelnen Teilnehmern. Diese sind nun an ihren zentralen Hub gebunden und untereinander überhaupt nicht mehr vernetzt.
Es gibt bei einem eigentlichen Identitätsverifizierungssystem auch keinerlei Notwendigkeit für zahllose Transaktionen, hierfür genügen einfache Datenbankabfragen. Auch bei Steem muss für das lesen ja keine Transaktion durchgeführt werden - lediglich für das Einfügen oder Ändern von Informationen. Diese geplanten Änderungen und Neueintragungen auf Microsofts Big-Brother-Chain, die die zahllosen Transaktionen verursachen - welche dann wiederum die Notwendigkeit für die Zentralisierung (die jedoch hier als dezentral bezeichnet wird) darstellen - können nur jede einzelne Nutzerinteraktion im globalen Internet und jede einzelne Handlung und jeder einzelne Bezahlvorgang sein.
Zugänglich für jedermann:
Das Ökosystem der Blockkette ist heutzutage noch immer überwiegend Early Adopters, die bereit sind, Zeit, Mühe und Energie für die Verwaltung von Schlüsseln und Sicherungsgeräten aufzuwenden. Das ist nicht etwas, womit wir erwarten können, dass sich die Mainstream-Leute befassen. Wir müssen die wichtigsten Managementherausforderungen, wie Wiederherstellung, Rotation und sicherer Zugriff, intuitiv und narrensicher gestalten.
(TENLEAF-pixabay.com)
Genau ! Auch die Verwaltung der Schlüssel muss den Menschen aus der Hand genommen werden und durch eine zentrale Organisation sicher gestellt werden. So selbständig läßt man die Schäfchen lieber nicht sein. Nach dem Erwachen haben sie jetzt noch nichteinmal mehr den Staat, der ihnen helfen könnte. Das war wohl das was einer meint wenn er sagt, da hätte wer den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben.
Denn schließlich gilt ja: