Der Berg kreißte

und gebar einen Hirnfurz.

Leroy hat die Schnauze voll von dem, was um ihn rum abläuft, sieht aber nicht ein, sich davon unterkriegen zu lassen. Genauso wenig wie er sich hinter Meditation und Yoga verstecken wird.

Um also Kraft zu sammeln, positive Energie zu bündeln, den Arbeitsalltag sinnvoll aufzulockern, einfach mal wieder was Bescheuertes zu machen - und gleichzeitig einem der besten Bücher der modernen russischen Literatur zu einer weiteren, hoffentlich besten, Übersetzung zu verhelfen, schickt die alte, aber durchaus noch gefechtsbereite Fregatte sich an, "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakov neu zu übersetzen.

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Klar, wir fangen gleich mit der Königsklasse an, obwohl ich keinerlei Erfahrung oder Ausbildung zum Übersetzer von Prosa habe. Scheiß drauf, ich habe Bock und mache es nur deswegen. Mit 50 hat selbst so ein Dorfasi wie ich langsam die sittlich-moralische Reife, um wenigstens halbwegs nachvollziehen zu können, worum es da überhaupt geht.

Es gibt drei Übersetzungen, sogar vier, die sind alle bewundernswert. Die Übersetzer sind mir sicher auch in allen Belangen überlegen. Zufriedenstellend finde ich jedoch nur eine, nämlich die erste von Thomas Reschke. Die finde ich sogar gut. Die Neuübersetzung von Alexander Nitzberg ist sprachlich ebenfalls beindruckend, für meinen Geschmack aber zu eigenwillig. Da steckt teilweise mehr Nitzberg als Bulgakov drin, so mein persönliches Gefühl.

Dann gibt es noch eine günstige und fast schon bibliophile Neuausgabe im Anaconda-Verlag, von einer ganz reizenden und sympathischen Russin, die sich nicht fürchtete, als Nicht-Muttersprachlerin eine Neuübersetzung herauszugeben. Allein der Mut ist titanenhaft, und auch das Ergebnis lässt sich wirklich sehen. Vor der Dame ziehe ich den Hut. Mich stellt es trotzdem nicht final zufrieden. Und zwar nicht nur wegen der Gendersternchen im Nachwort.

Da ich kein Geld damit verdiene und es in meiner Freizeit mache, wird es sicher min. zwei-drei Jahre dauern. Denn geschlampert wird nicht, sonst wird's garantiert peinlich. Mal sehen, ob ich es durchhalte. Druck habe ich weder von einem Verlag - keiner wäre so bescheuert, eine weitere Neuübersetzung zu finanzieren - noch von mir selbst.

Also veröffentliche ich das Stück für Stück auf der Blockchain. Falls es fertig wird, mache ich Buchdeckel drum.

Wird eine Schweinearbeit und ist eine Riesenherausforderung, das Ding ist wirklich nicht das, womit man anfangen sollte, Aber was soll's. Je oller desto doller.

Corona macht es möglich. Daran sieht man mal wieder, dass es nichts Schlechtes ohne was Gutes gibt. Ich bin ganz beseelt.

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