Wien - die architektonische und museale Wundertüte






















Vor drei Tagen bin ich in Wien eingetroffen und war gespannt was mich hier erwartet.

Zuvor jedoch galt es etwas bürokratisches zu erledigen. Mein Vermieter in Wien musste darauf bestehen, dass ich vor dem CheckIn einen Schnelltest digital einreichen müsse. Andernfalls hätte ich die Wohnung nicht beziehen können.

Interessanter Weise hat mein Vermieter in Innsbruck nichts dergleichen verlangt. Macht wohl jeder wie er will. Oder es liegt vielleicht daran, daß der Vermieter in Wien eine Firma war und diese anders kontrolliert werden? In Innsbruck war es ein Privatvermieter.

Zurück zu Wien.

Die architektonisch wirklich sehenswerte Dichte, die mir vorkam wie die Aneinanderreihung von Perlen auf einer Kette, war wirklich gewaltig. Alles in der großen Innenstadt schien im 18. und 19. gebaut worden zu sein. Kirchen, Wohnhäuser, U-Bahn Stationen, Museen, Cafés...

Für architektonisch Interessierte ein echter Augenschmaus.

Begonnen habe ich gleich am Tag meiner Anreise mit dem Wahrzeichen der Innenstadt, dem Stephansdom. Sehr beeindruckend. Für mich als Nicht Christen gab es einen kurzen Moment der Irritation, als offensichtliche Besucher, die eben noch standen, sich vor einem Altar zu Boden warfen und etwas murmelten und kurz danach wieder weitergingen. Ich vermutete das die Besucher aus Osteuropa stammten.

Der Dom wurde im 13. Jahrhundert erbaut und brannte Mitte April 1945 ab. Nicht vollständig, nur der Dachstuhl, aber auch die Orgel. Heute verfügt der Dom wieder über eine Orgel, eine sog. Riesenorgel.

Der Dom hat übrigens den Weltkrieg nur überlebt, weil sich ein Hauptmann weigerte, den Zerstörungsbefehl des Stadtkommandanten auszuführen.

An dem Abend habe ich dann nur noch die nähere Umgebung des Doms ausgekundschaftet und gestaunt wie teuer kleine nicht so attraktive Uhren von Rolex sein können, nämlich über 20.000 Euro.

An nächsten Tag stand die Besichtigung des Schlosses Schönbrunn samt Schlosspark auf dem Programm. Schönbrunn ist die bescheidene Unterkunft der Kaiserin Maria Theresia.

Das Schloss ist gewaltig und auch der Park hat enorme Ausmaße. Ich bin fünf Stunden gewandert und habe nicht mal das Schloss von innen gesehen. Immerhin gab es 186 ha zu bestaunen. Der Prunk zeigt die damalige Geltungssucht der Habsburger. Sogar die Tauben haben ein schönes Zuhause bekommen.

Ein heutiger Milliardär würde sich das vermutlich nicht leisten können. Ok, wollen sie vielleicht auch nicht, die schicken lieber Raketen ins All.

Für den nächsten Tag habe ich mir einen Guide gebucht, der mir zur Stadt Wien und ihrer Geschichte etwas erzählen konnte. Dabei habe ich auf eine Option in der App von Airbnb zurückgegriffen, die ich erst zu diesem Zeitpunkt entdeckt hatte. Sie nennt sich sinnigerweise "Aktivitäten in deiner Umgebung". Da bieten verschiedene Anbieter ihre Dienste an. Dabei geht's nicht nur um Touren, sondern auch um Flüge, Rätselspass, Geistergeschichten, Sportaktivitäten, Kochen, Flussfahrten usw.

Eine sehr schöne Möglichkeit den Urlaubsort etwa besser kennenzulernen.

Ich habe mir also für 30 € einen Guide gebucht, Wolfgang. Die Tour geht drei Stunden und ist für bis zu sechs Personen gedacht. Ich war gestern abend jedoch der einzige der mit Wolfgang auf Tour ging. Auf meine Nachfrage hin, ob er denn trotzdem die Tour macht, bejahte er und meinte, manchmal hat er Glück und manchmal eben nicht. Da ändert aber nichts an seinem Enthusiasmus. Wolfgang bat mich übrigens, Werbung für ihn zu machen. Das will ich gerne tun, weil mir seine Leidenschaft und sein Eingehen auf meine vielen Nachfragen sehr gefallen haben. Wer also einmal Wien besuchen und erklärt bekommen möchte, der darf sich gern an Wolfgang wenden. Seine Internetseite lautet: https://www.vienna4friends.com

Er kennt nicht nur die Stadt, sondern auch die Museen und Cafés. Er geht auch auf alle persönlichen Wünsche ein und plant die Tour entsprechend der Bedürfnisse seiner Kunden.

Auf dieser Tour bin erstmal auf die vielen Museen in Wien aufmerksam geworden. Das ja Wahnsinn. Um nur einige zu nennen an denen wir vorbeigelaufen sind:

Kunsthistorisches Museum
Secession
Albertina (Dürer Drucke im original!)
Archäologisches Grabungsfeld auf Michaelerplatz (Mauerreste aus der Römerzeit)
Nationalbibliothek
Demel Museum
Kindermuseum
Hofburg
Leopold Museum
Museum moderner Kunst
Museumsquartier
Naturhistorisches Museum
Schmetterlinghaus
Sisi Museum

Und es gibt noch unzählige mehr. Für die Wiener Steuerzahler kann ich nur hoffen, dass die sich alle selbst tragen.

Nach Besichtigung der wichtigsten Kirchen, Theater, Opern und Plätze trennten sich unsere Wege am berühmten Café central. Ich gab Wolfgang noch einen Saft aus und dann war Schluß nach 3 dreiviertel Stunden. Ein wirklich gelungener Tag.

Wolfgang verriet mit noch, warum der Tourismus immer noch nicht auf Hochtouren läuft in Wien. Aus dem einfachen Grund, dass man im Café central sofort ein Platz bekam. Der Normalzustand ist Schlangestehen. Außerdem seien auf dem Stephansplatz viel zu wenig Menschen zu sehen. Woran liegt das, wollte ich wissen.

Die asiatischen Gäste sind bisher fast vollständig weggeblieben. Und tatsächlich ich habe auch kaum Asiaten gesehen. Aber die machen im Sommer seiner Einschätzung nach mindestens 50% der Besucher aus.

Das wird die heimische Wirtschaft leider sehr treffen.

Das war ein kurzer Abriß meines dreitägigen Besuchs in Wien. Leider kann ich über die App nur acht Fotos hochladen. Eigentlich viel zu wenig. Ich hole das nach, wenn ich wieder am heimischen Rechner sitze und mich über peakd einloggen kann.

Nun sitze ich gerade im Zug nach Prag und werde dort die nächsten vier Tage verbringen. Bis ich dann einen kurzen Abstecher nach Dresden mache und dann wieder in den Norden verdufte.

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