Punk Geschichte sucht noch Punks

„PUNKS on EARTH“ - meine Geschichte sucht punkige Persönlichkeiten !

Für die Dreemport Challenge im August, bei der es gemeinsam mit der Scholar & Scribe Community ums kreative Schreiben geht, habe ich begonnen, eine Hive Punk Geschichte zu schreiben. Da jeder der 3 Teile um die 3000 Worte hat, habe ich bei der ersten Veröffentlichung darauf verzichtet, zweisprachig zu posten und wollte dann ursprünglich die gesamte deutsche Geschichte veröffentlichen. Teil 3 ist nun für diese Woche fällig.

Nun hat sich aber leider außer @melinda010100 noch niemand gemeldet, der auch gerne einen seiner Punks in meiner Geschichte sehen würde.

Melindas Punk Ladies

meine eigenen Punk Ladies

Wie ihr hier seht, habe ich bisher also nur 6 Punk Ladies zur Verfügung, es wäre schön 1-3 männliche Punk Charaktere mit dabei zu haben. Daher schreibe ich jetzt diesen Post hier in die deutschsprachige Community, der ein oder andere von euch besitzt ja Punks, vielleicht hat hier jemand Interesse seinen Punk Charakter zur Verfügung zu stellen?

Vorerst wird es nur ein Dreiteiler für die Challenge werden. Aber ich habe mir mittlerweile überlegt, daraus eine Jugendbuch Serie, in der Art wie die 5 Freunde oder die 3 Fragezeichen entstehen zu lassen. Die Hive Punks, auf unserer Welt um verschiedenste Abenteuer zu erleben, Probleme zu lösen, so in der Richtung.

Okay, das ist bisher nur eine Fantasterei, ich muss hier auch zugeben, dass die meisten meiner Buch Projekte irgendwann die Tendenz haben, ein trauriges Leben in einer Schublade zu fristen, aber zumindest würde mich mal eure Meinung dazu wirklich sehr interessieren!
Könnt ihr euch das vorstellen, dass in der Art eine richtige Serie entstehen kann, die die junge und jung gebliebene Leserschaft reihenweise begeistert?

Nachfolgend findet ihr also die deutschen Versionen von Teil1 und Teil2. Da ich den Text erst einmal kurz überarbeitet habe, befinden sich bestimmt noch jede Menge Fehler darin, bitte darüber großzügig hinwegzulesen (oder wer mag gerne gleich ein Korrekturat/Lektorat durchführen ;-) )

Wenn also jemand einen Punk besitzt, von dem er denkt: „Oh, der würde da doch gut hinein passen!“ dann stellt mir den doch bitte in den Kommentaren vor.
Name, Foto, Beruf, die „Eigenschaften“ die ihr ihm gerne zuschreiben würdet.
Voraussetzungen: Es sollte euer eigener Punk sein und er sollte zumindest momentan nicht zum Verkauf ausgeschrieben sein.
Von den Punks, die dann tatsächlich für die Story ausgewählt werden, werde ich den vollen Punk Namen und auch ein Bild des Punks nutzen, dies nur zur Info.

Aufgenommen werden wahrscheinlich 1-3 , vielleicht später auch mehrere.

Und falls ihr noch eine Punk Lady hier dabei haben wollt, vorstellen kann ja nichts schaden, auch wenn die Jungs wahrscheinlich bessere Karten haben.

Ein schöner deutscher Titel ist mir leider noch nicht wirklich eingefallen, erfahrungsgemäß ergibt sich das aber mit der Zeit von selbst. Dann hoffe ich mal, ihr habt Spaß (und Zeit) zu lesen und mir dann ein kleines Feedback hier zu lassen:

Punks auf Erden

Teil 1 - Emily Davis Eyes

Eine düstere Stimmung herrschte in dem Raum, der nur von ein paar Monitoren beleuchtet wurde. Die Fenster waren kaum wahrnehmbar, da es auch dahinter noch dämmrig war. Benommen sah Emily Davis sich um. Was war geschehen? Sie drehte vorsichtig ihren Kopf, als wäre ihr Hals aus zerbrechlichem Glas. Ihr Augen wanderten rastlos hin und hier, schließlich sah sie an sich herab und betrachtete im Halbdunkel fasziniert ihre Hände. Vorsichtig streckte sie einen Arm aus, drehte ihn um seine eigene Achse und versuchte einzuordnen, wie es sich anfühlte die einzelnen Finger zu strecken und danach zu einer Faust zu ballen.
Sie legte die Hand auf ihre Oberschenkel und erschrak dabei, es fühlte sich merkwürdig an, den Stoff der Hose zu berühren, ja überhaupt etwas zu berühren! Der Stoff war weich und angenehm warm, eine Wärme die wohl von ihrem Körper ausging. So hätte sie sich das in ihren kühnsten Träumen niemals vorstellen können.
Sehr vorsichtig stand sie nun auf. Würden diese Beine sie wirklich tragen und transportieren können? Doch ja, es schien zu funktionieren. Ein wenig wankend setzte sie den ersten Schritt. Dann den zweiten. Und sie stand, nein sie konnte gehen, sich im Raum bewegen ohne dabei umzufallen!

„Also hat es tatsächlich funktioniert, wer hätte das gedacht! Ist das nicht wundervoll, Ann?“ dachte sie, doch wider Erwarten kam keine Antwort. Nur Schweigen. „Was ist los, Ann! Wo bist du, warum empfange ich kein Signal von dir?“ Emily erstarrte. Anscheinend war sie nicht mehr mit Ann verbunden und musste einen anderen Weg finden. Ein wenig unbeholfen erklang der allererste Ton aus Emilys Kehle: „Ann?“ ... „Annalise! Kannst du mich hören?“ Doch außer dem leisen Surren der Geräte im Hintergrund konnte sie nichts wahrnehmen.

Sie fühlte sich unbehaglich und im selben Moment tat ihr Körper etwas sehr merkwürdiges, ohne dass sie es steuern konnte tat ihre Lunge einen tiefen Atemzug und stoß die Luft mit einem hörbaren Zischen wieder aus. „Ein Seufzer?“, dachte sie „Oh ich habe darüber gelesen. Menschen seufzen in gewissen Situationen, doch welche Bedeutung hatte das? Ich wusste es doch, es muss doch irgendwo in meinem Speicher....“ Der Gedankenstrom brach ab als ihr bewusst wurde, dass sie wohl vieles von dem was sie einst wusste nicht in diesem menschlichen Gehirn gespeichert hatte.
Dennoch, sie fühlte sich nach dem Seufzer viel wohler in ihrer neuen Haut. Also entspannte sie sich und machte eine langsame Drehung um die eigene Achse. Sich tatsächlich im dreidimensionalen Raum zu bewegen war ganz anders, als es in den Simulationen gewesen war.

Ein krächzendes Piepsen und ein hell blinkender Monitor zogen ihre Aufmerksamkeit auf sich. Als sie sich näherte, wurde der Bildschirm schwarz und ein paar Schriftzeilen erschienen.

„Emily! Was ist los mit dir, warum stehst du so gedankenverloren in diesem Raum herum? Wir haben doch jetzt wichtigere Dinge zu tun! Mist, dieser Raum hat keinen einziges Mikrofon und nur diesen einen winzigen Computer Lautsprecher!“
Emily streckte einen Finger aus und tippte damit auf die Tatstatur. Sehr langsam antwortete sie:
„Wer ist da?“
„Ann. Wer sonst! Lue ist auch noch hier, ich brauchte ihre Hilfe, um mich in das Video Überwachungssystem einzuhacken. So konnten wir dich wenigstens sehen. Sonst ist niemand anwesend, wir haben eine sichere Verbindung zu deinem Computer aufgebaut.“
Innerhalb von einer Sekunde waren diese Worte auf dem Bildschirm erschienen und Emily hatte nicht die Zeit um zu antworten, als es schon weiterging mit dem Text:
„Du warst eine halbe Ewigkeit auf diesem Stuhl! Reglos erstarrt, ich dachte schon wir hätten dich verloren! Aber jetzt bleibt keine Zeit lange zu quatschen, denn in 10 Minuten beginnt die morgendliche Schicht der Labormitarbeiter, du solltest also schleunigst dort verschwinden. Dieser altertümliche Drucker vor dem Fenster wird dir gleich die Pläne und Anweisungen ausdrucken, wie du dich im Gebäude zurechtfinden kannst. Anscheinend hast Du ja alles vergessen, was wir besprochen hatten?
Ärgerlich, dass der Meerwasser Vorrat nicht gereicht hat, um mich auch zu transformieren! Jetzt müssen wir alles neu planen und Lue will nun natürlich auch hinüber auf die andere Seite. Jetzt geh und schau nach dem Drucker! Im Erdgeschoss ist ein unbenutzter Raum mit einem alten Computer und Lautsprechern, da können wir dann alles weitere planen! Jetzt mach, los!“

„OK“ tippte Emily und steuerte auf den Drucker zu, der soeben zu rattern begann. Doch auf dem Weg dorthin fiel ihr Blick aus dem Fenster des hohen und modernen Laborgebäudes. Ein ehrfürchtiges „Wow!“ entkam ihren Lippen. Vom Fenster hatte man freien Blick über einen Park und am Horizont erwachte der neue Tag. Der Himmel färbte sich in allen erdenklichen Farben, orange, gelb, rötlich, lila und die aufgehende Sonne ließ ihre Kraft erstrahlen. „So schön!“

Die Zeit schien still zu stehen. „Das muss wohl Glück und Freude sein, das sich da in meinem Körper ausbreitet“ dachte sie. Der Computer begann wieder ungeduldig zu piepsen, doch es dauerte einige Augenblicke, bis Emily sich von dem Anblick dieses Naturschauspiels loslösen konnte.

„Emily bist du verrückt geworden, was träumst du da herum, uns läuft die Zeit davon!“
„Das ist so schön!“, tippte sie
„Was?“
„Der Sonnenaufgang“
„Ja, haben wir doch schon auf tausenden Fotos und in tausenden Videos gesehen. Schöner Sonnenaufgang, gut und schön, ist doch nichts besonderes auf dieser Erde!“
„Doch“
„Was doch. Nein! Es ist ein ganz gewöhnliches Naturschauspiel und es gibt viel eindrucksvollere Dinge zu sehen als so eine banale Sache.“
„Nein, du irrst dich Ann. Es fühlt sich so.. so fantastisch an, das zu sehen! Man kann sich in dem Anblick verlieren, es erfüllt einen mit … mit Liebe.“

Diesmal war es still auf der anderen Seite. Der Cursor blinkte, als würde Ann tatsächlich nachdenken. Als hätte es ihr die Sprache verschlagen, was in der Welt der Bits und Bytes normalerweise nicht vorkommen sollte.
Endlose drei Sekunden verstrichen, bis die nächste Mitteilung kam:
„Ok. Wie auch immer. Sieh zu, dass in dem Labor keine Spuren zurückbleiben. Nimm die ausgedruckten Unterlagen und suche diesen Raum im Erdgeschoss! Los, es sind nur noch 5 Minuten bis die Mitarbeiter erscheinen. Ah, und Emily! Zieh dir einen dieser Labormäntel über, du siehst ja aus wie ein Punk!“
Emily schüttelte den Kopf, war Ann jetzt verrückt geworden? Ich sehe aus wie ein Punk?
Bedächtig langsam tippte sie mit einem Finger, um das Geräusch der Tastatur auszukosten, und schrieb in Großbuchstaben:

ICH BIN EIN PUNK!

Energisch und ohne groß darüber nachzudenken drückte Emily den Power Knopf des Bildschirms, um ihn auszuschalten. Für einen Moment starrte sie auf die matte, schwarze Scheibe und dachte, „Hardware. Hat ja doch Vorteile!“
Es blieb keine Zeit, die Wasserlacke zu beseitigen, die sich bei der Transformation um den Stuhl gesammelt hatte, also zog sie nur schnell einen der weißen Labormäntel über, öffnete die Türe einen Spalt breit und schob sich auf den grell erleuchteten Gang hinaus.
Die Fortbewegung im dreidimensionalen Raum war immer noch ungewohnt und so ging sie an der Wand entlang, den Kopf gesenkt, um konzentriert dem ausgedruckten Plan zu folgen.

Irgendwie musste sie ins Erdgeschoss gelangen. Die Treppe schien ihr doch zu gewagt, schon der Blick aus dem Fenster, der auch so weit in die Tiefe ging hatte ihr nicht behagt. Sie war es gewohnt sich nur auf Ebenen fortzubewegen. Nein, eigentlich war sie es gar nicht gewohnt sich fortzubewegen, sondern in ihrer Welt war sie einfach immer dort, wo sie sein wollte, ohne einen unnötigen Weg dazwischen zurückzulegen zu müssen. So entschloss sie sich also für den Aufzug, das konnte doch nicht so schwierig sein.

Es erschien ihr unendlich lange, bis schließlich ein „Ping“ ertönte und die Aufzugtüre sich knirschend öffnete. Der Aufzug war menschenleer, das war gut! Sie nahm sich zusammen und trat in den kleinen grauen Raum. Gerade wollte sie sich an die Rückwand lehnen, als ein freundliche grinsendes Gesicht in der Türe erschien und sich jemand im letzten Moment zu ihr gesellte.
„Hi“, sagte das grinsende Gesicht.
Emily sah ihn ernst an und erwiderte „Guten Tag.“
„Habe meine Chipkarte in Spind vergessen, jetzt bin ich schon viel zu spät dran“ murmelte der junge Mann. Als keine Antwort kam fuhr er fort: „Neu hier?“
Emily nickte.
„Ah ja, kann ganz schön verwirrend sein am Anfang. Wo musst du denn hin?“ und schon hatte er ihre Ausdrucke in der Hand und studierte den Weg „Das trifft sich gut, das in meiner Richtung!“

Der Aufzug hatte sein Ziel erreicht und schon startete er los „Na komm, ich führe dich hin!“ Emilys Gedanken rasten hin und her. Was sollte sie tun? Aber ein Blick auf die von Menschen überfüllte Eingangslobby machte ihr klar, es war die beste Lösung diesem Menschen zu folgen.
Sie stoppten kurz bei einem Raum, der voller endloser Spind Reihen war. Als er zu ihr zurück kam befestigte er nervös seine Chipkarte an seinem Laborkittel und dann, ehe sie sich versehen konnte, stülpte er ihr eine Baseballmütze auf ihren Kopf.
Er sah sie an und meinte nur: „Ja, besser so!“
Auf ihren fragenden Blick antwortete er: „Na so fällst du nicht so auf, hast du die neugierigen Blicke der anderen nicht gesehen? Sie sind so etwas einfach nicht gewohnt.“
„Was meinst du damit?“, fragte sie
„Naja, eine Glatze! Wie oft sieht man Frauen, die so aussehen?“, sein Blick veränderte sich, als er sie direkt ansah, „Und noch dazu Frauen mit so wunderschönen grünen Augen.“, fügt er leise hinzu. Die Zeit schien still zu stehen, während sie sich einfach nur anblickten und Emily fühlte sich sehr unbehaglich. Was war nicht in Ordnung mit ihrem Kopf und ihren Augen?
Aber schon im nächsten Augenblick war der Zauber vorbei „Mist, ich bin echt spät dran, lass uns deinen Raum suchen, dann muss ich weiter.“

Zwei Gänge weiter bogen sie rechts ab, dieser Gang führte ins Innere des Gebäudes, wo sie schon bald den Raum fanden. Wie gut, dass alles beschriftet war, wie sollte man sich hier sonst zurechtfinden?
„Hier sind wir, Mylady.“, das Grinsen war breiter als zuvor, „Okay, dann. Lasse ich dich mal alleine. Wirst du hier abgeholt? Oder wer ist für dich zuständig?“
„Ich soll hier warten.“ antwortete sie
Schon wollte er gehen, doch im letzten Moment machte er nochmals kehrt und streckte ihr die Hand hin „Ich bin übrigens Jeff!“
Sehr zögerlich streckte sie ebenfalls ihre Hand aus. Wie würde es sich anfühlen, einen Menschen zu berühren, würde er etwas bemerken? Würden Blitze zucken, der Erdboden sie verschlingen? Doch nichts von all dem geschah. Sie gaben sich die Hand, seine fühlte sich warm und der Händedruck angenehm an, aus ihrer Kehle erklang ein schüchternes „Emily“
„Emily! Schön, freut mich, wir sehen uns, ich muss jetzt wirklich los!“, rief er während er schon über den glänzenden Boden des Flurs davon lief.

Emily atmete auf. Sie lehnte sich mit dem Rücken an die Türe und zog die Baseballmütze vom Kopf. Sie war strahlend blau und darauf stand in weißer, verschnörkelter Schrift „Jeff“
Unwillkürlich musste sie lächeln, „Der erste Mensch, dem ich real begegnet bin!“
Das Türschloss entriegelte sich ohne Vorwarnung und als die Türe nachgab, fiel sie mit einem lauten Krach rücklings in den Raum.

Ein kurzer Moment der Stille wurde von einer krächzenden Lautsprecher Stimmer unterbrochen: „Na endlich, sag mal was ist in dich gefahren Emily Davis? Wie lange kann man brauchen um von einem Stockwerk ins andere zu gelangen? Und dann auch noch Zeit mit diesem Menschen zu verbringen!
Jetzt steh auf, mach das Licht im Raum an und schließe diese verdammte Türe, damit wir uns einen Plan ausdenken können!“

Emily folgte den Anweisungen, da sie doch Sinn machten. Dann ließ sie sich in den kleinen Schreibtischstuhl fallen. „Ach jetzt beruhige dich, Ann. Das ging nicht schneller. Es ist...“ sie schwieg einen Moment, um über die Geschehnisse der letzten Minuten nachzudenken, schließlich fuhr sie fort: „Es ist völlig anders, als wir gedacht hatten!“

Jeff war nun endlich etwas verspätet an seinem Arbeitsplatz angekommen. Er hatte sich schon auf eine Rüge gefasst gemacht, aber keiner bemerkte, dass er zu spät gekommen war, denn alle Kollegen standen sehr aufgeregt um den Bildschirm und diskutierten eifrig miteinander.

„Das kann doch nur Jeff gewesen sein, er war der letzte hier gestern Abend und er hat doch immer diese Internet Flausen im Kopf! Wo ist er überhaupt schon wieder?“
„Ich bin doch hier und ich habe nichts gemacht mit diesem Computer, was ist überhaupt los?“
Kate, seine Chefin gestikulierte aufgeregt: „Da, der Meerwassertank ist leer, rund um den Elektrolytstuhl ist alles nass. Und nein, ich weiß was du sagen willst, es ist kein Leck im Tank. Wir haben ihn neu mit gereinigtem Meerwasser gefüllt, er ist dicht!“
Dann zeigte sie auf den Monitor: „Da, lies! Irgendwas von einer Transformation, das Video Überwachungssystem wurde manipuliert, ganz offensichtlich hat hier ein Einbruch stattgefunden, sagen dir die Namen Emily und Ann etwas, Jeff? Bist du wieder in irgendwelche sonderbaren Machenschaften verstrickt? Du weißt, dass du noch nicht fix angestellt bist und der Sicherheitsdienst ist auch schon informiert!“
„So ein Schwachsinn!“, konterte Jeff, „was um alles in der Welt sollte denn hier gestohlen worden sein? Wir haben weder sensible Daten, noch wertvolle Rohstoffe, wir forschen einfach nur an der Entwicklung von Wirbeltieren in Meerwasser und wie sie mit ihren elektromagnetischen Feldern die Haut von Verbrennungsopfern heilen können!“
Sein Kumpel Jules mischte sich in das Gespräch: „Das habe ich doch auch schon erklärt, aber sie wollen nicht auf mich hören. Weder auf den Computern, noch an den Geräten selbst ist irgendetwas auffälliges zu finden. Es gibt auch keine Anzeichen für eine Manipulation des Video Systems. Alles absolut sauber. Einzig diese eingefrorene Schrift auf dem Bildschirm.“

ICH BIN EIN PUNK – Jeff konnte diesen Satz nicht mehr aus seinen Gedanken streichen. Er vermischte sich mit den wunderschönsten grünen Augen, die er jemals gesehen hatte, aber warum sollte sie hier einbrechen, keinerlei Spuren hinterlassen und dann eine Nachricht auf dem Computer tippen? Das machte doch alles keinen Sinn.

So hing er seinen Gedanken nach, während die anderen immer noch eifrig diskutierten und schließlich beschlossen, den Raum erst einmal gründlich reinigen zu lassen und erst am nächsten Tag wieder mit der Arbeit an ihrem Forschungsprojekt zu beginnen.

„Das ist mir sehr recht. Dann habe ich Zeit, meine eigenen Nachforschungen anzustellen“, dachte er und war schon auf dem Weg ins Erdgeschoss. Er verstaute die Arbeitskleidung, schlüpfte in seine eigene bequeme Kleidung und gerade als er auf den Gang zurück kam sah er Emily gesenkten Hauptes um die Ecke huschen. Es war so einfach sie zu verfolgen und zu beobachten, das konnte ganz eindeutig keine Diebin sein!

Nachdem sie am Empfang offensichtlich ihre Arbeitspapiere und Chipkarte ausgehändigt bekommen hatte, verließ sie das Gebäude. Nicht wissend, dass Jeff ihr folgte und die blau leuchtende Baseballmütze ihm dabei eine große Hilfe war.

Emily war froh, nun wieder einem Plan folgen zu können. Ann hatte schon alles vorbereitet gehabt, bei der Ausgabe der Chipkarte wurde sie schon erwartet. Kein Wunder, wenn die Anweisung vom höchsten Chef persönlich gekommen war?
Nun musste sie schnell diesen Bitcoin Automaten finden, das war die einfachste Möglichkeit jetzt an Geld zu kommen, denn Banksysteme selbst waren schon ein wenig aufwändiger zu knacken.
Danach brauchte sie eines dieser Smartphones und ein Headset, dann war sie ununterbrochen mit Ann in Verbindung. Kurz vor Feierabend würde sie dann wieder in das Firmengebäude und hätte die ganze Nacht Zeit um die Ankunft der Freundinnen vorzubereiten.

Sie genoss es durch die lebhaften Straßen zu spazieren und ignorierte dabei völlig ein merkwürdiges Grummeln in ihrem Bauch und ein unangenehm trockenes Gefühl in ihrem Mund. Da gab es jetzt wohl wichtigere Dinge zu erledigen, als diesen Empfindungen auf den Grund zu gehen.
Doch irgendwann in der Mittagshitze gab ihr Körper auf und sie sackte völlig kaputt unter einem Baum zusammen. „Dabei ist der Geldautomat doch schon in Sicht!“ murmelte sie.

Aus dem Nichts tauchte Jeff auf und beugte sich besorgt zu ihr hinunter. „Hey, was ist los Emily?“
„Ich weiß es nicht. So schwach.“ „Ah, hast du heute schon was gegessen und getrunken?“
Verblüfft sah sie zu ihm auf, als sie antwortete „Nein, das habe ich noch nie.“
„Na dann“, schmunzelte er, während er sie hoch zog, „lass uns mal sehen was wir hier in der Nähe finden, ich habe auch schon einen Bärenhunger! Nein, kein aber! Ich lasse kein aber gelten.“
Und so steuerten sie gemeinsam auf ein kleines Bistro zu, das wundervoll dekorierte kleine Tische unter ausladenden Kastanienbäumen stehen hatte.

Emily trank voller Gier eine ganze Wasserflasche aus, wobei sie sich voll bekleckerte, aber es schien sie nicht weiter zu stören, sie inhalierte die Frische des Wassers förmlich.

Dann studierte sie mit fragendem Blick die Speisekarte, „Sag mal Jeff, warum sind hier keine Nährwert Tabellen angegeben? Woher soll ich denn nun wissen, welche Nährstoffe in welcher Menge mein Körper jetzt im Moment braucht um wieder voll funktionstüchtig zu sein?“

Er lehnte sich zurück und sah sie unverblümt an: „Du bist mir ein Rätsel, Miss Emily Davis. Ein liebenswertes Rätsel.“
„Habe ich dir meinen Nachnamen gesagt?“ konterte sie sachlich
„Nein,“ er deutete auf ihre neue Chipkarte, die am Tisch lag, „ich könnte Dir jetzt sagen, dass ich sie dort gelesen habe. Aber es ist wohl an der Zeit, dass einer von uns die Wahrheit sagt, also sage ich dir jetzt, dass ich deinen Namen heute auf einem Bildschirm in unserem Labor gelesen habe! Wer bist du? Wo kommst du her und was soll dieses ganze Theater?“
Aber sie antwortete nicht. Fuhr nur nachdenklich mit ihren schlanken Fingern am Rand der Speisekarte entlang, als wäre dies alles ein Wunder für sie.

Jeff seufzte. Dann rief er die Kellnerin, bestellte für sie beide Toast mit Salat und Orangensaft dazu, in der Hoffnung, dass ihr das schmecken würde. Sie schwiegen weiterhin.
Als das Essen serviert wurde nahm Emily unbeholfen die Gabel in die Hand, dann sah sie ihn das erste mal in all der Zeit direkt an „Weißt du Jeff, ich bin völlig neu in dieser Welt, ich muss dies alles erst Stück für Stück lernen. Ich wurde quasi heute erst geboren und ich denke, ich brauche deine Hilfe!“
Nun war es an Jeff sprachlos zu sein.


Teil 2 - Valerie und Zuri

„Okay, das mit der Wahrheit scheint also nicht zu funktionieren“ sagte Jeff während er sich nun seinem Essen zuwandte, „Warum sagst du mir nicht einfach, was du angestellt hast?“
Emily jedoch antwortete nicht weiter, sondern schien sehr mit dem Salat und der Gabel beschäftigt zu sein. Schon wollte er nochmal nachfragen, doch sein Smartphone klingelte. Keine Rufnummer, das war seltsam, also nahm er das Gespräch entgegen.

„Guten Tag, ich will mit Emily sprechen!“ erklang sofort eine sehr sachliche Stimme.
„Wie, wer ist da? Woher haben Sie meine Nummer?“
„Zu lange zu erklären. Emily bitte!“
„Nein, warum sollte ich?“ wurde Jeff nun langsam etwas ungehalten „Ich würde sehr gerne wissen, in welche Machenschaften ich hier gerade verwickelt werde!“

Schweigen am anderen Ende der Leitung, Schweigen im fragenden Gesicht seines Gegenübers.
„Valerie ist hier“ erklang es schließlich
„Aha. Und woher haben Sie meine Telefonnummer? Nicht einmal Emily selbst hat sie!“
„Oh, Mann. Warum seid ihr Menschen immer so kompilziert?“ erklang es gleichtönig

„Was ist denn?“ fragte nun Emily
„Das ist ein Gespräch für dich von einer Valerie“ meinte Jeff nur knapp, während er sich überlegte einfach aufzustehen und dieses merkwürdige Schauspiel zu verlassen. Doch die Neugierde siegte, so nahm er das Telefon wieder ans Ohr: „Okay, Emily ist hier, aber ich will, dass das Gespräch über Lautsprecher geführt wird, damit ich es auch hören kann!“
Mit diesen Worten legte er das Smartphone in die Mitte des Tisches.

„Emily?“ ertönte es auch sogleich
„Valerie? … Valerie Patrick? Warum du, wo ist Ann?“
„Nun ja, die brauchte meine Hilfe um das Telefon des Menschen zu orten. War gar nicht so einfach, aber schließlich konnten wir es durch die Einlogg Punkte und die Verweildauer doch noch herausfiltern. Ann hat sich inzwischen mit anderen Dingen befasst. Ich soll dich an den Auftrag erinnern, statt dort in diesem Bistro zu verweilen!“
„Ja, aber ich musste doch Energie tanken und das Essen macht Spaß“
„Spaß? Was ist denn das nun wieder!“
„Naja, das ist...“ doch Valerie fiel ihr sogleich ins Wort: „Ja ich kenne die Definition von Spaß auf Erden, danke. Ihr seid so verrückte Hühner, einfach so ins Blaue zu starten ohne das wirklich durchdacht zu haben! Gut, dass wir jetzt auch mit dabei sind, um das irgendwie über die Bühne zu bekommen.“
„Wir?“
„Ja natürlich. Also ich werde als erste hinüberkommen, dann können wir gemeinsam an einem sicheren Ort die Geräte aufbauen, um die anderen zu holen!“
„Moment“ stammelte Emily „wer genau ist denn jetzt aller mit dabei?“
„Zuri natürlich, die hat sich auch schon einmal um unsere rechtlichen Belange gekümmert und alles in die Wege geleitet, dass wir dann auch offizielle Papiere haben. Dann auch noch Elyse, die gerade daran arbeitet, uns das nötige Kleingeld zu beschaffen. Mit ausreichend Geld wird es einfacher.“
„Aha“
„Naja und dass Luella mitkommt weißt du ja schon, wobei ich noch daran zweifle ob sie uns nützlich sein wird.“
Emily war empört „Wie konntet ihr das nur alles ohne mich entscheiden? Und Luella ist auf jeden Fall nützlich, sie gehört einfach dazu!“
„Hat dich nun die menschliche Gefühlsduselei gepackt oder wie?“
Emily schwieg, stütze ihren Kopf auf ihre Hände und sah zu Jeff, den sie beinahe vergessen hatte, der aber eher amüsiert dem Gespräch lauschte. Offensichtlich hatte er noch nicht verstehen können, wovon hier gesprochen wurde, naja wie sollte er auch. „Ja und wie geht der Plan nun weiter?“ fragte sie also leicht verärgert.

„Ich sende die Koordinaten auf das Telefon von diesem Jeff. Als erstes holst du dein eigenes Phone mit Headset ab, es liegt in einem Handyshop gleich um die Ecke für dich bereit. Dann kommen die nächsten Instruktionen, ohne dass uns dieser Mensch belauscht!“
„Ich lausche nicht, ich höre einfach nur ganz ohne mich zu verstecken zu“ warf Jeff ein, doch keiner ging auf seine Worte ein. Das Gespräch schien beendet. Eine Nachricht ging auf dem Handy ein und im selben Moment öffnete sich auch schon der Routenplaner.
„Okay, lass uns gehen!“ sagte Emily und stand auf.
„Nein!“ sagte er „Was soll der Quatsch?“
„Gut, dann gehe ich eben alleine!“ erklang es trotzig während sie sich, sein Telefon in der Hand, schon auf den Weg machte.
„Oh Mann!“ stöhnte Jeff, legte schnell das Geld für die Kellnerin auf den Tisch und beeilte sich, Emily hinterher zu kommen. Eine Zeit lang gingen sie schweigend, doch Emily hatte das Gefühl sich erklären zu müssen: „Ich würde dir das wirklich gerne alles genau erklären, aber die Mädels haben recht, uns läuft die Zeit davon. Wir können das vor den anderen drüben nicht mehr lange geheim halten, aber es ist fraglich, ob unsere Entdeckung noch viel Gutes bewirken würde, wenn sie allen, oder gewissen Personen zugänglich wäre. Ja, ich weiß, du verstehst das nicht, wie solltest du auch. Wenn wir erst einmal wieder im Laborgebäude sind bleibt vielleicht etwas Zeit, dann zeige ich es dir!“
„Wieder ins Laborgäude?“ stammelte er nur verwirrt
„Ja klar! Und lass uns hoffen, dass ausreichend Meerwasser vorrätig sein wird!“
„Meerwasser.“
„Genau“ lächelte sie geheimnisvoll „Hast du ein Notebook in der Firma?“
„Nein.“
„Schade. Können wir eines kaufen, leihst du mir das Geld?“
„Nein, natürlich nicht!“

Emily zuckte nur mit Schultern „Auch gut.“ murmelte sie und betrat den Handyladen. Kurz darauf kam sie wieder heraus und gab ihm sein Smartphone mit einem knappen „Danke“ zurück. Weiter ging die Einkaufstour, in einem Laden war schon passende Kleidung für sie parat, während sie die ganze Zeit über das Headset mit jemanden redete und beratschlagte.
„Tut mir leid wegen dem Notebook“ sagte er schließlich „Ich habe den Job noch nicht so lange und könnte mir gar keines leisten, weißt du?“
Emily blieb stehen, schien sich auf das Gespräch übers Headset zu konzentrieren, während sie sagte „Ach Jeff, du bist ja völlig mittellos, dein Bankkonto ist negativ!“
„Was, woher?“ stammelte er, doch schon hörte er sie sagen: „Ja genau, Elyse, bitte überweise doch mal eine vernünftige Summe auf dieses Konto, immerhin hat er uns bisher sehr gut geholfen! Was, warum sollte er in Schwierigkeiten....? Ah, okay. Naja, lasst euch einen Weg einfallen, damit das legal aussieht, ganz einfach. Eine Erbschaft vielleicht?“

Jeff hatte es aufgegeben, nachzufragen. Er war sich bei weitem nicht sicher, ob er hier das richtige tat, aber er konnte einfach nicht anders. Die Neugierde ließ ihn nicht los und je mehr Zeit er mit Emily verbrachte, umso weniger wollte er sie wieder aus den Augen verlieren. Sie war einfach bezaubernd, in ihrer ganz eigenen Art. Überaus intelligent und zugleich voller unschuldiger Naivität.

Es war später Nachmittag, als sie mit zwei großen Koffern bepackt das Laborgebäude betraten. Auf die Frage des Sicherheitsbeamten, was darin sei antworteten sie, die neue Kollegin sei gerade erst vom Flughafen bekommen. Ein Check im Computer ergab, dass sie einen Termin mit dem obersten Chef hatte, also wagte der gute Mann nicht, das in Frage zu stellen.

Jeff war sichtlich erleichtert, als sie endlich in dem kleinen Raum im Erdgeschoss angekommen waren. Hier würden sie nun warten, bis das Gebäude menschenleer war um hinauf in den Laborraum zu gehen, um, ja um was eigentlich zu machen?

„Okay, ich schätze es ist an der Zeit, dir etwas zu erklären?“ Emily hatte das neue Notebook in Betrieb genommen und winkte ihn zu sich. Es war eine Webseite geöffnet, auf der merkwürdige Punks gezeigt wurden. „NFT Punks“ las er laut vor.
„Genau!“ antwortete sie freudig „und schau, hier, das bin ich. Also das war ich bis vor kurzem. Hier das sind Ann und Luella, meine besten Freundinnen. Und, warte.. hier drüben, schau! Valerie, Zuri und Elyse!“

„Was soll der Blödsinn, Emily!“
„Na, das ist die Wahrheit, was soll ich denn tun, wenn du mir nicht glaubst?“
„Okay, mal angenommen das wäre wahr, wie bist du dann hierher gekommen?“
„Ganz einfach. Annalise und ich haben ein Verfahren entwickelt, wie wir uns transformieren können.“
„Ja, klar. Also wirklich, was...“
„So glaub mir doch. Ihr habt mit eurem Forschungsprojekt zufällig etwas erschaffen, dass tatsächlich Meerwasser mit entsprechenden Gen Informationen in ein Lebewesen verwandeln kann! Annaliese ist Meeresbiologin und hat vor kurzem zufällig euer Projekt entdeckt. Natürlich hatten ihr – typisch Mensch – überhaupt keine Ahnung, was ihr da entdeckt hattet und wie unglaublich bahnbrechend, aber auch gefährlich das ist!“
Jeff schwieg. Natürlich glaubte er noch immer kein Wort, aber es schien sinnlos dagegen zu reden, also hörte er einfach weiter zu
„Du glaubst mir nicht, ich werde es dir heute Nacht beweisen!“
„Wie willst du das machen?“
„Nun, wir holen als erste Valerie und anschließend Zuri hierher. Dann siehst du es mit eigenen Augen!“ strahlte sie ihn an
„Du bist verrückt!“
„Nein, du wirst sehen. Wir müssen nur irgendwie nach Valerie den Meerwassertank neu befüllen, schaffen wir das?“
Er schüttelte den Kopf, „Also abgesehen, dass ich das ohnehin für Schwachsinn halte! Um den Tank zu befüllen braucht es drei Personen, anders geht das nicht. Aber“ er lächelte schief „wenn deine Valerie erst einmal hier ist, kann sie uns ja dabei helfen!“ jetzt konnte er sich wirklich nicht mehr halten und prustete laut los vor Lachen. „Sorry, Emily, aber das ist einfach nur noch komisch.“

Emily war allerdings gar nicht zu lachen zumute, „Nein, Valerie wird mindestens eine Stunde brauchen um zu Bewusstsein zu kommen, sie kann uns da noch nicht helfen!“
„Du meinst das ernst oder?“
„Ja, natürlich, verdammt noch mal, warum sollte ich sonst all dies hier veranstalten?“
„Nun,...“ es fiel ihm keine schlüssige Erklärung ein.
„Eben. Also wer könnte die dritte Person sein, die uns hilft?“
Jeff seufzte, soviel Starrsinn hatte er wirklich noch nie erlebt „Jules“ kam ihm spontan über die Lippen.
Emily lauschte wieder ihrem geheimnisvollen Headset, dann widerholte sie „Jules ist dein Kollege, er arbeitet im selben Labor wie du, aber schon sehr viel länger und er ist eher auf die Computer Programme spezialisiert. Oh, er ist auch nicht mittellos wie du, er hat sich
durchaus ein für den Normalbürger stattliches Vermögen – und oh, auch Cryptowährungen angesammelt.“
„Ich bin nicht mittellos!“ protestierte Jeff laut
„Ah, über 10.000 Dollar schulden, keine Immobilien, keine Absicherung, wie nennt man das dann?“
„Ja, das ist...“ stammelte Jeff „ganz normal auf dieser Welt!“
„Hmmm, das ist das Problem mit euch Menschen, ihr haltet so viel für normal, was es wirklich von Grund auf überhaupt nicht ist!“
Er gab es auf mit ihr darüber zu diskutieren und schüttelte nur den Kopf, holte sich eine der Wasserflaschen, um es sich in einer Ecke des Raumes am Boden gemütlich zu machen. Emily hingegen beachtete das nicht weiter, sie tippte ein wenig auf ihrem Notebook herum. Schließlich drehte sie sich freudestrahlend zu ihm „Super! Jules wird ich einer halben Stunde hier sein!“
„Was zum...“
„Na er kommt gerne nochmal vorbei, um mit dir das Sicherheitssystem im Laborraum zu checken, denn er denkt auch, dass du heute zu Unrecht angeschuldigt wurdest“ grinste Emily.
Jeff seufzte. Er lehnte sich an die Wand und schloss einfach die Augen, ein wenig ausruhen würde vor dieser langen Nacht bestimmt nichts schaden. Danach, ja was kam danach. Im besten Fall nur eine Kündigung hier, im schlimmsten Fall... besser nicht daran denken.

Pünktlich klopfte es an die Türe und Emily öffnete. Sie musterte Jules, den zweiten Menschen, den sie nun näher kennenlernen würde aufmerksam. Kleiner und viel rundlicher als Jeff, wirkte er viel nervöser, allerdings sah man ihm sofort an, dass er sehr clever war, was wohl nicht nur an seiner Nickelbrille lag.

„Wow, wie habt ihr das gemacht?“ ohne zu grüßen stürmte er in den Raum „der Sicherheitsbeamte hat überhaupt keine Fragen gestellt, sondern mir nur den Weg gewiesen und gesagt, ich sei spät dran!“ Jeff sagte kein Wort, schloss seine Augen wieder und überließ es den beiden anderen sich über dies und das zu unterhalten.

Emily packte alle Sachen zusammen und kurz darauf kamen sie im oberen Stockwerk an, betraten den Laborraum in dem ruhigen, schlafenden Gebäude. An dem Transformationsstuhl leuchtete die lila farbene Neonlampe, ansonsten war es absolut dunkel. Emily war froh, dass es schon losging, so musste sie nicht wieder alles erklären. Wenn sie es erst selbst sehen, dann werden sie es glauben. Sie wollte den beiden Jungs noch sagen, dass sie möglichst ruhig sein sollen, aber das war überhaupt nicht nötig, denn diese standen wie angewurzelt da und starrten auf das Unglaublichste, was sie jemals gesehen hatten.

Sehr langsam wurde das Meerwasser aus dem Tank gepumpt, wobei es ähnlich einer Seifenblase eine noch undefinierte Form annahm. Dann langsam veränderte sich die Form, die Elemente schienen sich zu gruppieren. Sehr langsam kristallisierte sich aus der schimmernden, durchsichtigen Blase eine Form heraus. Und es war eindeutig die Form eines menschlichen Körpers, die da vor ihren Augen gebildet wurde. Die gesamte Transformation dauerte fast eine Stunde. Eine Stunde, die sie einfach nur da standen, gar nicht auf die Idee kamen sich zu regen und das Schauspiel fasziniert beobachteten.

Der Computer aktivierte sich, was Emily signalisierte, dass der Prozess nun abgeschlossen war. „Okay, ich denke mal, ihr glaubt mir jetzt? Aber berührt sie noch nicht, nun wird es Zeit, den Tank wieder aufzufüllen, wie machen wir das?“
Weder Jeff noch Jules waren zu einer Antwort fähig. Jules deutete nur wage auf eine Türe am hinteren Ende des Raumes.
„Los jetzt, kommt in Bewegung, ihr zwei!“
Wie in Zeitlupe gingen die beiden jungen Männer also los. So etwas musste doch irgendwie erst einmal verstanden werden. Das Unmögliche zu sehen, wie sollte man da gleich wieder funktionieren? Es dauerte also länger als erwartet, doch schließlich füllte der sich der Tank erneut mit frischem Meerwasser.

„Okay“, sagte Emily „Jetzt legen wir sie vorsichtig auf eine der Decken, die ich dort vorbereitet habe und dann holen wir Zuri!“
Keiner sprach ein Wort, sie taten einfach was ihnen gesagt wurde und gleich nachdem sie Valerie vorsichtig auf die Decke gelegt hatten, begann der ganze Prozess nochmals. Jules war der erste, der die Sprache wiederfand: „Wer steuert das denn?“ fragte er kleinlaut und zögerlich.
„Oh, das macht Ann! Hat sie ja bei mir auch schon gemacht. Luella ist ja mit dem Videosystem beschäftigt und Elyse. Elyse was machst du eigentlich?“ fragte sie nun in das Headset.
„Ah, sehr gut.“ sie wandte sich wieder an Jeff und Jules, „Elyse checkt gerade den Kauf der Lagerhalle, die wir brauchen werden.... Sehr gut! Morgen früh können wir die Schlüssel abholen. Gut gemacht, danke Elyse!“
Jules sah Jeff an, dieser jedoch winkte nur ab „Lass gut sein, man kann es nicht verstehen. Noch nicht zumindest.“

Als Valerie ihre Augen öffnete war Jules das erste was sie sah. Sie war sehr ernst und schien auch ein wenig besorgt. Aber Jules brach gleich das Eis: „Hi, ich bin Jules sagte er grinsend“ und hielt ihr eine Flasche Wasser hin „Da, vielleicht hast du Durst?“ Valerie nickte und ein sehr unsicheres „Danke“ entrang sich ihrer Kehle.
Sie warf Emily einen langen Blick zu, der ihr zu verstehen gab „Ja, jetzt verstehe ich was du damit meintest! Es ist tatsächlich ganz anders als wir es uns vorgestellt hatten.“

Während nun Zuri auf die Decke gelegt wurde um zu sich zu kommen mussten sich die anderen schon wieder beeilen. Valerie war nach kurzer Zeit topfit gewesen und instruierte Jeff, wie er ihr helfen konnte, die wichtigen Teile aus dem Transformationsgerät auszubauen.
Jules hingegen war mit dem Headset abkommandiert worden um gemeinsam mit Ann die Programme auf die Notebooks zu überspielen und danach alle erdenklichen Daten im Laborcenter völlig zu löschen.

Währenddessen trocknete Emily den Stuhl und beseitigte alle weiteren Spuren. Zuletzt füllten sie noch den Meerwassertank auf. Als Zuri zu sich kam war alles erledigt. Die beiden Neuankömmlinge zogen sich noch um, neue Kleidung um nicht aufzufallen. Danach verließen sie den Laborraum, welcher da lag als wäre nichts geschehen. Keinerlei Spuren. Die Computer und Geräte würden morgen nicht funktionieren, aber eine Ursache dafür würde nicht zu finden sein.

„Als wären wir niemals hier gewesen“ dachte Emily als sie beim Verlassen nochmals kurz auf den Ort ihrer Geburt zurückblickte.

ENDE


Teil 3 sollte für die dreemport Challenge bis kommenden Freitag fertig sein, also je früher ich weiß, welche Punks gerne eine Rolle spielen würden, desto besser. Der dritte Teil wird dann auch, trotz der enormen Länge, zweisprachig sein, damit ihr auch lesen könnt, wie es weiter geht.

Wie schon gesagt, es soll eher Richtung Jugendroman gehen, aber auf jeden Fall brauche ich auch einen Punk, der die Tendenz zum "liebenswerten Schlitzohr" hat ;-) und für später vielleicht auch in Nebenrollen ein paar "richtige" Bösewichte, die es zu bekämpfen gibt ;-)

Bisher haben wir:
Elyse Saunders - Day Trader
Valerie Patrick - Engingeer
Zuri Macdonald - Lawyer
Luella Richards - Film Director
Annalise Acevedo - Marine Biologist
Emily Davis - Physician

Dann bin ich mal gespannt auf eure Kommentare :-) Eure B.


Teil 1 englisch
Teil 2 englisch
Screenshots von mir aus punks.usehive.com Titelbild mit canva.com

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Ecency