Anarchie bei der deutschen Bahn!!!

Auf dem Weg zum LibertySunrise musste ich aus verschiedenen Gründen die gute alte deutsche Bahn nutzen. Mit einigem Horror, weil Maskenpflicht für 6 Stunden fand ich wenig erstrebenswert und als schlimmer Nikotinsüchtling (ich dampfe ja nunmer seit 4 Jahren) war auch die Dampfsperre als eher unangenehm vorhergesehen.

Nunja. Ich packte mir eine offene Flasche Wasser zwischen die Beine und war quasi ständig am Trinken. Dazu muss ich sagen, dass ich beinahe allein im Abteil sass. Bei den 6 Stunden Fahrt wurde ich einmal vom Kontrolleur "erwischt" der mich fragte:

... und Sie brauchen keine Maske?

Ich antwortete freundlich und absolut ehrlich: "Nö, brauch ich nicht, aber wenn Sie das wünschen, ziehe ich die natürlich an"
(Das hab ich dann auch gemacht, bis er ausser Sichtweite war)

Bei einem Zwischenstopp mit einem etwas längeren Aufenthalt bin ich dann aus dem Zug gestiegen und hab eine Runde gedampft. Brav zum am Boden aufgezeichneten "Raucherbereich" getappt und mich daneben gestellt.
Ich bin ja Dampfer, kein Raucher und dieser Unterschied muss dann schon gemacht werden, genauso wie meine anarchischen Tendenzen ausgelebt werden müssen.

Mitten beim Nachlegen von Nikotin zum allgemeinen Wohlbefinden lese ich dann folgende Tafel:
IMG_1427.JPG

Und denke mir nur WTF. Wollen die wirklich Mord und Totschlag? Ein Nikotinsüchtiger auf Entzug ist beinahe so gefährlich wie eine hungrige Ehefrau, deren Geburtstag man vergessen hat. Sowas führt zu Bürgerkrieg!

Zum Glück lernen die Deutschen langsam den Umgang mit sinnlosen Regeln:

IMG_1429.JPG

Ohne Worte nur mit Nicken und Kopfbewegungen spielte sich folgendes ab:

  • gegenseitiges freundliches Zunicken
  • ich ziehe genüsslich an meinem Dampfer
  • er zieht genüsslich an seiner Zigarette
  • ich weise mit einem Kopfnicken und fragend erhobener Augenbraue auf das rote Schild (Rothschild ha, ha) hin.
  • er zuckt mit den Schultern
  • wir beide grinsen

Ich empfand diese Situation als äußerst gesund.

Neulich habe ich einen Artikel von Max Remke im ef-Magazin über Südkorea gelesen. Dabei ging es um Regeln und deren Einhaltung im "Turbokapitalistischen" Südkorea und eben der Vergleich mit Deutschland. Ein Südkorea gibt es beinahe genauso viele Regeln wie in Deutschland, aber wenn die Regeln keinen Sinn ergeben, hält sich schlicht keiner daran. Keine Demo, keine Demoanmeldung, kein Gezeter, kein "du musst" oder "du sollst". Man hält sich einfach nicht dran.

Wie viele Deutschen würden bei einer roten Ampel stehenbleiben, wenn die Kreuzung auf 1 km einsehbar ist, es mitten in der Nacht ist und weit und breit keinerlei Verkehr? (Tipp: es sind nicht besonders viele)

Schon Stalin wußte:

"In Deutschland wird es niemals eine Revolution geben, denn dazu müsste man den Rasen betreten!"

Was kann man jetzt von den Koreanern, dem Bahnmann und mir lernen?

Nehmt euch selber nicht so ernst, nehmt euch selber nicht so wichtig, nehmt sinnlose Regeln nicht so wichtig und vor allem prüft Regeln rund um euch herum auf Sinnhaftigkeit.

Ein schönes Beispiel ist die Schule. Seit 18 Monaten tragen die Kids Sabberlatz und werden auf dem Pausenhof gegängelt, nur um dann auf dem Heimweg in Schulbusse gezwängt zu werden (erinnert euch bitte an SCHULBUSSE ... 1 Platz für 3 Kinder). Diese Regel ergibt soviel Sinn wie die Abnehmregel: Iss den ganzen Tag nichts bis 16:00 und stopf dich anschließend mit Torte voll bis du platzt.

Solche Regeln finden sich an jeder Ecke, in jedem Lebensbereich und ich würde mir wünschen, wenn "wir Deutsche" mal öfter den Rasen betreten würden.

So long, Euer Pollux!

Pollux.One.gif

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