Nachlese zum ersten bundesweiten Warntag: Pleiten, Pech und Pannen? Meditationseffekte?

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🤔 10. September 2020 - Der Warntag war da, und ich hätte ihn fast verpasst, denn in ganz Osnabrück war nichts zu hören... Hmmm dabei hieß es doch:

RTDeutsch

Sirenen werden heulen, Handys piepsen, Radio- und Fernsehsendungen unterbrochen – Nein, das ist kein neues Corona-Horrorszenario, sondern eine bundesweite Aktion zur Warnung der Bevölkerung in Gefahrenlagen...

🤔 Aha, woanders ist es ähnlich still geblieben...

Tagesspiegel.de

Warum „Nina“ erst nach einer halben Stunde warnte
Sirenen und Warnmeldungen waren für den ersten bundesweiten Probealarm angekündigt. Doch in Berlin und andernorts war die Verwunderung groß: Es blieb still.

Der erste bundesweite Warntag hat am Donnerstag deutliche Lücken bei der Alarmierung der Bevölkerung offenbart. Zum einen wurde deutlich, dass es vielerorts gar keine Sirenen mehr gibt. Zum anderen kam die Gefahrenmeldung der Warn-Apps „Nina“ und „Katwarn“ erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf vielen Smartphones an. Die galt unter anderem für Berlin und Potsdam, aber auch Teile von NRW.

MOPO.de - Hamburg, Funkstille statt Großalarm - warum Hamburger nichts gehört haben

🤔 Da fragt man sich doch, was los ist...

Fokus.de - Warn-App NINA funktionierte wegen Überlastung nicht richtig

Keine Sirene gehört? Das hat seinen Grund

Eigentlich sollten am ersten bundesweiten Warntag in ganz Deutschland Sirenen zu hören sein. Vielerorts war das aber nicht der Fall. Auf Twitter meldeten zahlreiche Nutzer, sie hätten nichts gehört. Ein User schreibt etwa: „Weder die App hat gewarnt, noch gab es hier einen Alarm.“ Ein anderer schreibt „Warntag ist offiziell vorbei und hier gab es nicht eine einzige Sirene.“ Die Verwunderung scheint groß.

Dass in vielen Städten nichts zu hören war, hängt offenbar damit zusammen, dass sie schlichtweg über keine ausreichende Sirenentechnik verfügen - aus Kostengründen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Eine Umrüstung wäre vielen schlichtweg zu teuer.

Warn-App NINA funktioniert wegen Überlastung nicht richtig
Auch bei der Warn-App NINA gab es Probleme. Die angekündigte Warnmeldung erschien zunächst nicht. „Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat“, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Teilweise sei es aber auch zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen. „Deshalb gibt es gerade Verzögerungen bei der Auslösung.“ Die App soll Nutzer vor Gefahren warnen - an diesem Donnerstag sollte sie einen Probealarm übermitteln.

Teilweise erhielten App-Nutzer die Entwarnung sogar schon vor der Warnung - und das mit erheblicher Verzögerung.

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🤔 Offiziell wird schon von Fehlschlag gesprochen...

Welt.de - Bundesinnenministerium stuft Probealarm als Fehlschlag ein

Um 11 Uhr sollten Sirenen heulen, Apps warnen. Doch der Probealarm verursachte eher Verwunderung. Die Mitteilungen der Warn-Apps kamen nicht überall an. Das BBK gab Probleme zu und sprach von einer „nicht vorgesehenen zeitgleichen Auslösung“...

Pleiten, Pech und Pannen

Logistische und technische Fehler, meditativer Gegenwind oder wieder mal "Pech, made in Germany"?

Offizielle Erklärungen für diesen groß angekündigten bundesweiten Probealarm, der keiner war, machen entweder unzureichende Absprachen im Vorfeld (zu viele Warnsysteme agierten gleichzeitig) und/oder die Technik (alte Sirenen und brandneue Apps versagte) verantwortlich für den ausbleibenden Sirenensegen.

Die gute Nachricht dazu: Auf diese Weise sind die Schwachstellen im Frühwarnsystem der BRD aufgedeckt worden und können nun behoben werden.

Aus Fehlern wird man klug. 😉

ndr.de - Osnabrück fehlen Sirenen für bundesweiten Warntag

Kein Wunder also, dass ich nichts gehört habe: Osnabrück gehört zu den Städten, die kein "intaktes Sirenen-Netz" zur Verfügung haben. Entwarnung: Die Sirenen sind aber bestellt und sollten eigentlich bereits im letzten Monat angebracht worden sein...

Doch nun werden die Gespräche mit dem Lieferanten erst Mitte September beginnen, wie eine Stadtsprecherin sagte. Eingeplant sind Kosten von bis zu 400.000 Euro.

Jaja die Technik... jaja, die öffentliche Hand...und jaja früher war alles besser (jeden Samstag gab es mittags Alarm und das klappte wie am Schnürchen.) 😉

😉😉 😉 O D E R 😉 😉😉

Für ganz Verwegene, für Träumer und für Friedensstifter könnten viele Sirenen verstummt sein angesichts der an einigen Orten (Internet) ausgerufenen Meditationen, die ab 11 Uhr mit positiver Energie die Angstschwingungen anheben wollten. 😉

Ganz abwegig ist eine mögliche Wirksamkeit von Meditationen nicht wie der Maharishi Effekt zeigt. Meditation.de

Im Fokus der US-amerikanischen Forschung stehen immer wieder die Jahre 2007 bis 2010: Damals gelang es in den USA, hinreichend große Gruppen zu bilden. Tötungsverbrechen gingen damals gegen den Trend bundesweit um insgesamt 21,2 % zurück; Gewaltverbrechen in 206 ausgesuchten Großstädten reduzierten sich um 18,5 %. Die Forscher schätzen, dass das 8157 Menschen das Leben gerettet hatte.

Wie auch immer dieses spannende "Fehl"-Ereignis zustande gekommen ist, alle können zufrieden sein: Die einen kennen jetzt ihre anstehenden Hausaufgaben und die anderen sind bestimmt motiviert, weiter zum Wohle der Menschen zu experimentieren! (Auf die Geschichte mit dem Pech made in Germany/vgl. Flughafen Berlin muss ich ja wohl nicht weiter eingehen. 😉)

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Wie hast du diesen ersten bundesweiten Warntag erlebt? Mit oder ohne Ton? Allein oder in Gesellschaft? Oder hast du ihn gar verpennt?

 

Kadna HIVE ON

"failure" - by Geralt pixabay

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