Ein wieder mal erstklassiger und sehr engagierter Beitrag von dir! Leider ist er mir erst vor kurzem untergekommen.
Gäbe es beispielsweise keine Ampeln, oder schenkte niemand ihren Signalen die gebührende Beachtung, führte das zu einem allgemeinen Verkehrschaos.
Hier ist es sehr interessant, mit Auslandserfahrungen und globaler Perspektive zu hinterfragen, was denn eine "gebührende Beachtung" ist. Warst du schon mal in einer indischen Großstadt an einer großen Kreuzung oder hast davon im Internet Webcam-Videos gesehen so wie dieses?
Ich vermute, dass es in Manila und auch in Städten weiterer asiatischer Länder sehr ähnlich ist. Es steht hier nicht nur die gebührende Beachtung, sondern sogar überhaupt die Notwendigkeit von Ampeln im Raum!
Ich brauchte dazu nicht nach Asien zu reisen, Neapel hat's auch getan. Dort haben rote Ampeln den Status einer gut gemeinten Empfehlung, wie mal jemand schrieb. So war auch mein Eindruck, und ich hatte als Fußgänger keine Angst dort, nur anfangs war es schon gewöhnungsbedürftig. Und ich habe keine Unfälle mitbekommen, auch keine Beinahe-Unfälle.
Ich bin kein Anhänger purer Anarchie - zum Funktionieren von Gesellschaften bedarf es zweifellos Regeln und Gesetze ...
Und wieder mal wie wohl schon hunderte Millionen mal zuvor, die Verwechslung von "Anarchie" (Herrschaftslosigkeit) mit "Anomie" (Regellosigkeit)! Man kann gar nicht oft genug mit Nachdruck auf diesen Anarchie-verunglimpfenden (sehr wahrscheinlich propaganda-induzierten) Monumentalfehler hinweisen. Zwischen dem Vorhandensein von (Zwangs-Gewalt-)Herrschaft und dem von Regeln gibt es keinerlei notwendigen Zusammenhang!
Ich erlaube mir hier, dich zu taggen, @jaki01, da ich vermute, dass du meine Nachfrage zu einem anderen Beitrag übersehen hast.
RE: Weiterentwicklung der Gesellschaft durch Regelverletzung?