Manchmal merkt man erst beim täglichen Einsatz, ob eine Konstruktion wirklich funktioniert. Genau das war bei meiner Trockenbox der Fall.
Die Grundidee war eigentlich genau richtig: Das Filament soll möglichst trocken bleiben und gleichzeitig direkt aus der Box zum Drucker geführt werden können. Gerade für meinen Bambu Lab X2D ist das interessant, denn die Box soll künftig die zweite Düse mit Material versorgen.
Doch nach den ersten Einsätzen zeigten sich ein paar Dinge, die ich so nicht lassen wollte.
Die Bambu-Filamentrollen saßen in der ersten Version etwas zu hoch und schliffen teilweise am Deckel. Die Rolle drehte sich zwar, aber wirklich sauber war diese Lösung nicht.
Noch wichtiger war jedoch ein anderer Punkt: Der Behälter für das Silica befand sich im Deckel. Über eine kleine zusätzliche Öffnung konnte das Silica nachgefüllt werden.
Praktisch – zumindest auf den ersten Blick.
Denn jede zusätzliche Öffnung bedeutet bei einer Trockenbox auch eine weitere Möglichkeit, über die Feuchtigkeit eindringen kann.
Also musste die Konstruktion noch einmal auf den Prüfstand.
Die erste Version – vor der Überarbeitung
Ich wollte nicht einfach nur einen Fehler beseitigen, sondern die Konstruktion insgesamt sinnvoller machen.
Das untere Gestell wurde deshalb komplett überarbeitet. Die Filamentrolle läuft jetzt auf mehreren gelagerten Rollen und kann sich wesentlich freier bewegen. Gleichzeitig sitzt sie tiefer in der Box und hat dadurch genügend Abstand zum Deckel.
Damit war das erste Problem erledigt.
Noch wichtiger war aber die Änderung beim Silica.
Der Behälter dafür ist vom Deckel komplett nach unten in das neue Gestell gewandert. Dadurch konnte ich die bisherige Öffnung im Deckel vollständig schließen.
Alt gegen Neu – das untere Gestell
Eine vollständig geschlossene Box wäre natürlich optimal – nur möchte ich weiterhin direkt aus ihr drucken.
Deshalb bleibt nur noch eine notwendige Verbindung nach außen: die Filamentführung.
Das Filament wird durch einen PTFE-Schlauch aus der Box direkt zum Drucker geführt. Dadurch bleibt die Öffnung sehr klein und die Box trotzdem nahezu geschlossen.
Genau diese Kombination wollte ich erreichen: trocken lagern und gleichzeitig direkt drucken.
Das neue Modell – die überarbeitete Version
Für mich geht es dabei nicht nur darum, eine Filamentrolle trocken aufzubewahren.
Ich möchte die zweite Düse meines X2D in Zukunft stärker nutzen – besonders beim Drucken meiner Figuren. Ein Thema, mit dem ich mich dabei gerade beschäftige, ist PETG als Trennschicht beziehungsweise Support-Interface bei PLA.
Das eigentliche Modell wird aus PLA gedruckt, während PETG nur dort eingesetzt wird, wo Support und Modell aufeinandertreffen.
Das kann einen entscheidenden Vorteil bringen: Die beiden Materialien verbinden sich untereinander deutlich schlechter als PLA mit PLA. Dadurch lassen sich die Supports leichter entfernen und die Kontaktflächen können sauberer werden.
Und gerade bei Figuren bedeutet das für mich etwas sehr Wichtiges:
weniger Nacharbeit.
Weniger schneiden, weniger schleifen und weniger Stellen ausbessern, an denen vorher die Supports saßen.
Damit das zuverlässig funktioniert, möchte ich natürlich auch das Filament möglichst trocken und sauber zur zweiten Düse führen.
Der endgültige Platz – direkt mit dem Drucker verbunden
Eigentlich wollte ich nur eine Trockenbox benutzen.
Am Ende musste ich Rollenführung, Gestell und Silica-Unterbringung noch einmal neu überdenken.
Aber genau das gehört für mich zum 3D-Druck dazu. Man konstruiert etwas, probiert es aus und merkt anschließend, was man noch besser machen kann.
Die erste Version hat funktioniert.
Die neue Version funktioniert jetzt so, wie ich sie von Anfang an haben wollte.
Und wenn sich dadurch bei meinen nächsten Figuren nicht nur der Druck verbessert, sondern auch noch die Nacharbeit reduziert, dann hat sich der Umbau gleich doppelt gelohnt.
Sometimes you only discover whether a design really works when you start using it every day. That is exactly what happened with my filament dry box.
The basic idea was right: keep the filament as dry as possible while still being able to print directly from the box. This is especially interesting for my Bambu Lab X2D, because the box is intended to supply material to the second nozzle.
But after using the first version, a few weaknesses became obvious.
The Bambu spool sat slightly too high and sometimes rubbed against the lid. It worked, but it was not the smooth filament feed I wanted.
The bigger issue was the silica container. In the first design it was located in the lid and could be refilled through an additional small opening.
Convenient at first – but every extra opening is also another possible way for moisture to enter a dry box.
So I redesigned the system.
The lower frame is now completely different. The spool runs on several bearings, rotates much more freely and sits lower inside the box, giving it enough clearance from the lid.
The silica container has also moved from the lid into the lower frame. That allowed me to completely close the previous refill opening.
The only connection that still needs to remain open is the filament path.
The filament now leaves the box through a PTFE tube and is guided directly to the printer. This keeps the opening very small while allowing me to continue printing directly from an almost sealed box.
That combination was exactly what I wanted: dry storage and direct printing at the same time.
For me, however, this is about more than simply storing a spool of filament.
I want to make greater use of the second nozzle of my X2D, especially for my figure prints. One technique I am currently working with is using PETG as a separation layer or support interface for PLA.
The figure itself can be printed in PLA while PETG is only used where the supports touch the model. Because PLA and PETG do not bond particularly well to each other, the supports can be easier to remove and the contact surfaces can become much cleaner.
For figure printing, that can mean something very valuable: less post-processing.
Less cutting, less sanding and fewer support marks that need to be repaired afterwards.
What started as a simple dry box therefore became another small 3D-printing project of its own.
The first version worked.
The new version now works the way I actually wanted it to from the beginning.
And if it improves both my prints and the amount of work required afterwards, then the redesign was absolutely worth it.
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